Zuwanderung bremst demographischen Abwärtstrend
Mehr Einwohner in Bayern

Bayern profitiert von der Zuwanderung durch Flüchtlinge. Die Wanderungen gleichen den Sterbeüberschuss mehr als aus. Biild: dpa
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Bayern
15.07.2016
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Fürth. Die Flüchtlingswelle des vergangenen Jahres hat Spuren in der bayerischen Bevölkerungsstatistik hinterlassen. Vor allem aufgrund der starken Zuwanderung aus dem Ausland ist die Einwohnerzahl Bayerns im vergangenen Jahr um knapp 152 000 auf 12,85 Millionen gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 1,2 Prozent, wie das Statistische Landesamt am Freitag mitteilte.

Am meisten profitierte Oberbayern mit plus 1,5 Prozent von dem Zuwachs, am geringsten Oberfranken mit nur plus 0,3 Prozent. Die Wanderungsgewinne konnten den weiter vorhandenen Sterbeüberschuss mehr als ausgleichen. Durch die Wanderungsbewegungen und die natürliche Bevölkerungsentwicklung nahm die deutsche Bevölkerung in Bayern um gut 13 000 Personen ab, die ausländische wuchs um gut 165 000 an. Die größten Wanderungsgewinne gab es bei Syrern (plus 33 545), Rumänen (plus 20 254), Afghanen (plus 14 316) und Polen (plus 8431).

9578 neue Oberpfälzer


In der Oberpfalz stieg die Zahl der Einwohner um 9578 auf 1 092 339 an. Der Zuwachs betraf dabei überwiegend den Süden des Bezirks. Wie auch im übrigen Bayern war der Zuwachs allein dem Zuzug aus dem Ausland zu verdanken. Die Zahl der Ausländer in der Oberpfalz stieg um knapp 8000 auf über 74 000 an. Der Ausländeranteil erhöhte sich dadurch von 5,8 auf 6,8 Prozent, blieb damit aber deutlich unter dem bayerischen Schnitt von 10,9 Prozent.

Die Bevölkerungsentwicklung im Bezirk spiegelte 2015 einen allgemeinen Trend wieder. Je kleiner ein Ort ist und je weiter er von einer Stadt entfernt liegt, desto größer sind im Regelfall die Bevölkerungsverluste. Die Städte gewinnen dagegen zum Teil überdurchschnittlich dazu. So wuchs die Einwohnerzahl Weidens um 328 auf 42 055 (plus 0,6 Prozent), die Ambergs um 326 auf 41 861 (plus 0,8 Prozent) und die Regensburgs um 3176 auf 145 465 (plus 2,2 Prozent). In den Landkreisen verlor nur Neustadt/WN an Einwohnern. Dort sank die Bevölkerung leicht um 106 auf 95 078 (minus 0,1 Prozent). Dagegen stiegen die Werte im Kreis Tirschenreuth um 0,1 Prozent (plus 64 auf 73 314), im Kreis Amberg-Sulzbach um 0,5 Prozent (plus 523 auf 103 568) und im Kreis Schwandorf um 0,9 Prozent (plus 1250 auf 144 864). Grund war durchweg ein positiver Wanderungssaldo. In fast allen Gemeinden stieg der Ausländeranteil um rund einen Prozentpunkt an, vermutlich Folge der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen.

15 300 mehr Tote als Babys


Zur natürlichen Bevölkerungsentwicklung teilte das Landesamt mit, dass im vergangenen Jahr 133 536 Verstorbenen 118 228 Geburten gegenüberstanden. Ohne Zuwanderung wäre die Bevölkerungszahl Bayerns also um rund 15 300 geschrumpft. Regionale Zahlen dazu werden erst im Herbst vorliegen. Insgesamt wanderten 2015 knapp 164 000 Menschen mehr nach Bayern zu als ab. 160 000 davon kamen aus dem Ausland, 4000 aus anderen Bundesländern. Differenziert nach In- und Ausländern ergibt sich die Zahl 164 000 aus einem positiven Wanderungssaldo von Ausländern in Höhe von 169 000 und einem negativen Deutscher von etwas über 5000.
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