Zwei Frauen und ein Mann wegen versuchter Gefangenenbefreiung vor Gericht
Fluchtversuch bei der Arbeit

Einem Häftling aus der Justizvollzugsanstalt Bayreuth-St. Georgen wollten zwei Frauen und ein Mann Anfang Juni 2015 zur Flucht verhelfen. Bild: dpa
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Bayern
15.08.2016
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Bayreuth. Eine Flucht während des Arbeitsdienstes außerhalb des Gefängnisses - diesen Plan sollen sich zwei Frauen und ein Mann ausgedacht haben, um einen Häftling aus der Bayreuther Haftanstalt zu befreien. Die drei stehen am Donnerstag vor dem Bayreuther Amtsgericht.

Der Anklage zufolge ist eine der Frauen mit dem Häftling verheiratet. Ziel der geplanten Flucht soll es gewesen sein, ihm noch einmal zu ermöglichen, seine beiden Kinder zu sehen - denn eins davon sollte bald in ein Kinderheim kommen. Die Anklageschrift schildert den Tathergang, wie er sich zugetragen haben soll: Anfang Juni vergangenen Jahres tritt der Häftling am frühen Morgen mit 30 weiteren Gefangenen aus dem Tor der Bayreuther Haftanstalt St. Georgen, um zum Arbeitsdienst zu gehen. Beamte begleiten die Gruppe.

Einer seiner Fluchthelfer wartet gegenüber der Pforte, die beiden Frauen bleiben in einem Auto, das als Fluchtwagen dienen soll. Als der Gefangene den Fluchthelfer erkennt, rennen beide zeitgleich los. Der Fluchthelfer gibt ihm eine schwarze Jacke, um seine Häftlingskleidung zu verdecken. Dann begann der Plan schiefzulaufen: Die beiden verlieren sich aus den Augen. Kurz darauf nehmen Justizbeamte den flüchtigen Häftling wieder fest.

Der Fluchthelfer kann sich verstecken und kehrt allein zu den Frauen im Auto zurück. Daher lautet die Anklage nur auf versuchte Gefangenenbefreiung. Dafür drohen den dreien nach Einschätzung eines Gerichtssprechers bis zu zwei Jahre Haft. Das Urteil soll noch am selben Tag fallen.
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