Zwei Tote und zwei Verletzte in Bayern im Juli
Wenn Polizisten schießen

Polizisten dürfen ihre Schusswaffen nur benutzen, wenn der Einsatz unvermeidbar ist. Bild: dpa
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Bayern
03.08.2016
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München. Der Attentäter von Würzburg starb nach seiner Axt-Attacke durch Polizeischüsse. Auf den Amokläufer von München feuerte die Polizei eine Kugel ab - die nicht traf. Allein im Juli gab es in Bayern zwei Tote und zwei Verletzte durch Polizeikugeln, ein trauriger Rekord. Die jüngsten Bluttaten und Einsätze lenken den Blick auch auf den Einsatz der Dienstwaffen bei Beamten.

Als vor zwei Wochen ein 17-jähriger Flüchtling in einem Regionalzug mit Axt und Messer auf eine Touristenfamilie aus Hongkong und auch außerhalb des Zuges auf eine Passantin losging, sahen die Beamten schließlich keine andere Chance als den Griff zur Waffe. Eine Polizeikugel tötete den Angreifer. Fünf Tage zuvor erschossen Polizisten in Erharting einen Pflegeheimbewohner (62), der einen Beamten mit einem Messer verletzt hatte.

Zwei weitere Menschen wurden im Juli in Bayern durch Polizeischüsse verletzt. Drei Tage nach der Axt-Attacke schoss ein Polizist in Heßdorf (Kreis Erlangen-Höchstadt) einen 49-Jährigen an, der mit einer Sichel auf die Beamten losging. Am 10. Juli trafen Polizisten in Ingolstadt einen Mann (36) ins Bein, als er sie mit einem Hammer attackierte.

Rein rechnerisch kommt es in Deutschland etwa alle zehn Tage zu Ernstfällen, in denen Beamte ihre Dienstwaffe einsetzen. Wenn Warnschüsse nicht helfen, versuchen sie, Angreifer mit dem Schuss außer Gefecht zu setzen. Dann gibt es Verletzte - und auch Tote. Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) ermittelt dann standardmäßig. Es wird geprüft, ob ihre Kollegen die Schusswaffe rechtmäßig eingesetzt haben, ob also der Gebrauch angesichts einer Gefahr für Leib und Leben von Menschen unvermeidbar war.

2014 gab es laut LKA in ganz Bayern elf dieser Fälle mit zwei Toten. Schon das schien eine Spitze. Im vergangenen Jahr waren es zwei Fälle mit einem Toten, in diesem Jahr bereits sechs Fälle mit zwei Toten. Heftig umstritten war der Fall des Regensburger Tennessee Eisenberg (24). Polizisten hatten 2009 16 Schüsse auf den Studenten abgefeuert, er wurde von 12 Kugeln getroffen. Juristisch gilt: Polizisten dürfen nur in Extremsituationen schießen. Gründe sind Notwehr oder der Schutz eines Bedrohten. Immer muss die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben.
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