Asklepios Klinikum Bad Abbach: Wann immer möglich konservativ, nur wenn wirklich nötig operativ
Spezielle Schmerztherapie

(Foto: Fotolia)
Vermischtes
Bayern
23.02.2016
118
0

Rund 70 Prozent der Deutschen haben „Rücken“. Fast die Hälfte davon klagt über chronische Schmerzen. Auslöser können Wirbelkörper, Bandscheiben oder auch Bänder sein. Die Experten an der Orthopädischen Klinik für die Universität Regensburg am Asklepios Klinikum Bad Abbach haben sich deshalb auf die Behandlung der gesamten Wirbelsäule spezialisiert – vom Nacken bis zum Steißbein. Zum Skalpell wird dabei nur gegriffen, wenn es nicht mehr anders geht.

Hexenschuss, Bandscheibenvorfall, Wirbelkanaleinengung. Die Liste der Rückenerkrankungen ist lang. Wer an Beschwerden leidet, fürchtet oft, sich über kurz oder lang unters Messer legen zu müssen. „Die meisten Ursachen für Rückenschmerzen lassen sich aber auch ohne Operation beheben“, sagt Direktor Prof. Dr. Dr. h.c. Joachim Grifka. Die Therapie hänge dabei von Art und Stärke der Beschwerden ab. Hat der Patient „nur“ Schmerzen, auch wenn sie sehr massiv sind, steht eine Vielzahl konservativer Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Medikamente, wie Schmerzmittel oder muskelentspannende Präparate sind eine davon. Die physikalische Therapie mit krankengymnastischen Übungen, manueller Mobilisation, Elektro- und Wärmetherapie oder Bewegungsbädern hilft ebenfalls, die Schmerzen zu lindern. Prof. Grifka setzt an seiner Klinik außerdem eine spezielle orthopädische Schmerztherapie ein, die der Chefarzt selbst mitentwickelt hat. „Rückenschmerzen entstehen oft durch einen verengten Wirbelkanal oder Bandscheibenvorfälle, die den Nervenschmerz hervorrufen.“ Gezielte Injektionen direkt an die Nervenwurzel können die Reizung bessern. Dadurch kommen betäubende und abschwellende Medikamente direkt an der schmerzhaften Stelle zur Wirkung, ohne den gesamten Körper zu belasten. Das System beruhigt sich, der Nerv schwillt ab, der Schmerz geht zurück und der Teufelskreis aus Schmerz und Entzündung wird durchbrochen. „Den Patienten geht es dadurch nach zehn bis zwölf Behandlungstagen deutlich besser, häufig verschwinden die Beschwerden bereits während des Aufenthaltes ganz“, weiß Prof. Grifka aus Erfahrung. „Rund 80 Prozent der Patienten konnten so vor einer Operation bewahrt werden.“

Ein chirurgischer Eingriff kommt für den Experten in Bad Abbach nur in Frage, wenn alle konservativen Therapiemethoden ausgereizt sind – oder bestimmte Warnsignale wie Schwäche in den Beinen oder Lähmungserscheinungen auftreten. Betroffene können ihren Fuß dann zum Teil nicht mehr richtig heben und bleiben beim Treppensteigen immer wieder an Stufen hängen. „In diesen Fällen muss dringend operiert werden.“ Dann sei der Nerv so stark belastet, dass dauerhafte Schäden drohen. Bei einer Operation wenden die Orthopäden wann immer möglich mikrochirurgische Verfahren an. Mit kleinsten Schnitten und der Hilfe eines Mikroskops werden dabei Probleme an der Wirbelsäule behoben. „Mit dieser Methode wird das Gewebe weniger verletzt und die Wundheilung beschleunigt. Der Patient ist so schneller wieder fit.“

Ganzheitlich behandeln
Sylvia N.*, 52 Jahre, Büroangestellte, hatte sechs Monate lang allmählich zunehmende Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich, die in den linken Arm und alle Finger ausstrahlten. Besonders nachts und wenn sie den Kopf zur Seite drehte, waren die Schmerzen deutlich stärker. Nachdem Röntgenaufnahmen unauffällig waren, zeigte sich in der Kernspintomografie ein Bandscheibenvorfall, der auf die abgehende Nervenwurzel drückte. Die ausstrahlenden Schmerzen erklärten sich durch den Verlauf der Nervenwurzeln.

Während der stationären Behandlung über zwölf Tage erhielt Sylvia N. neben Krankengymnastik, physikalischer Therapie mit Elektrotherapie, Wärmeanwendungen, Bäderbehandlungen und Schmerzbewältigung, gezielte Injektionen an die Nervenwurzel und in den Wirbelkanal. Bereits in den ersten fünf Tagen ging es ihr deutlich besser. Die Patientin erlernte außerdem Maßnahmen, wie sie sich in Beruf und Alltag mit wirbelsäulenschonend verhält. Eine Operation wurde ihr dadurch erspart.

*Name von der Redaktion geändert