Bei Industriekaufleuten laufen viele Fäden zusammen - Einsatzmöglichkeiten in vielen Branchen
Knotenpunkt der Firma

Ständig an der Strippe: Als angehende Industriekauffrau muss Azubi Patricia-Julia Pawlak gut kommunizieren können. Sie ist permanent mit ganz unterschiedlichen Abteilungen in Kontakt. Bild: tmn
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Bayern
09.09.2016
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Von der Metallverarbeitung bis zum Automobilbau: Industriekaufleute gibt es in vielen Branchen. Sie kümmern sich um Einkauf, Lagerung oder Personal. Und das ist nur ein Teil ihrer Aufgaben. Wer es vielseitig mag, hat hier Spaß.

Planen. Steuern. Kontrollieren. "Das habe ich schon immer gern gemacht", sagt Patricia-Julia Pawlak. Die 26-Jährige beschreibt sich als "kleine Organisationskönigin". Und dieses Talent lebt sie in ihrem Beruf aus.

Seit zwei Jahren macht Pawlak eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei der Deutschen Bahn. Was einige möglicherweise für einen trockenen Job halten, ist Pawlaks Traumberuf.

Weit verbreitet


Der Industriekaufmann ist einer der am häufigsten gewählten Ausbildungsberufe in Deutschland. Mit 18 951 Neuanfängern im Jahr 2013 liegt er laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) auf Platz fünf.

"Das liegt auch daran, dass die Fachleute in vielen Branchen im Einsatz sind", sagt Gabriele Jordanski, Expertin für das Thema beim BIBB. Sie sind in der Automobilbranche genauso zu finden wie in der Lebensmittelindustrie oder der Metallverarbeitung.

Dabei übernehmen sie eine Vielzahl von Aufgaben. Sie kümmern sich um den Wareneinkauf. Sie holen zum Beispiel Angebote ein, machen die Bestellungen, wickeln die Lieferung ab und sorgen dafür, dass die Lager gefüllt sind.

Jugendliche sollten sich klarmachen, dass sie in dem Job häufig viel Verantwortung tragen. Industriekaufleute sind eine Art Dreh- und Angelpunkt im Unternehmen und halten viele Fäden in der Hand, sagt Jordanski. "Man muss ganz schön viel im Blick haben und mit verschiedenen Abteilungen kommunizieren."

Wer die dreijährige Ausbildung zum Industriekaufmann machen will, braucht keinen bestimmten Schulabschluss. 2013 hatten von den Neuanfängern bei den Auszubildenden in der Industrie zwei Drittel (66 Prozent) Abitur, fast ein Drittel (31 Prozent) den mittleren Bildungsabschluss und der Rest einen Hauptschulabschluss oder gar keinen Abschluss.

Personaler achten bei den Zeugnissen auf gute Noten in Mathe, Deutsch und - wenn es das Fach an der Schule gab - in Wirtschaft.

Im Betrieb durchlaufen die Jugendlichen alle Abteilungen, in denen sie später arbeiten können. Dann spezialisieren sie sich etwa auf Marketing, Vertrieb, Logistik oder Personalwirtschaft. "Dafür schlägt mein Herz", erzählt Pawlak.

Und die Bezahlung?


Die Jugendlichen starten laut Bundesarbeitsagentur im ersten Lehrjahr mit einer Vergütung von rund 830 Euro. Das gilt zumindest dann, wenn sie, wie häufig in der Industrie, nach Tarif bezahlt werden. Ist das nicht der Fall, wie im Handwerk, kann es auch deutlich weniger sein.

Das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 1800 Euro. Die Chancen auf Übernahme nach der Ausbildung sind derzeit gut, sagt Paul Ebsen, Sprecher der Bundesagentur für Arbeit.

Wenn Pawlak an ihre Ausbildung zurückdenkt, ist ihr vor allem eine Sache in Erinnerung geblieben: In einem Geschäftsfeld bekamen die Azubis die Unternehmenskleidung erst nach einigen Tagen. Das fiel Pawlak auf.

"Das ist schade, da fühlt man sich gar nicht direkt zugehörig." Da dachte Pawlak, man müsse was unternehmen und änderte es. "Das ist mein eigenes kleines Baby." (tmn)
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