Ein Drittel der Entbindungen in Bayern per Kaiserschnitt
Hebammen besorgt

Vermischtes
Bayern
11.12.2015
4
0

Fürth. Der Bayerische Hebammen-Landesverband hat besorgt auf die am Donnerstag veröffentlichten Kaiserschnittzahlen im Freistaat reagiert. "Wir halten diese Rate für viel zu hoch", sagte die zweite Vorsitzende, Susanne Weyherter, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Im Jahr 2014 hat nach Angaben des Landesamtes für Statistik rund 110 000 Entbindungen gegeben - dies seien etwa vier Prozent mehr als 2013, allerdings auch 16,9 Prozent weniger als noch 1991.

Enorm angestiegen ist seither der Anteil der Kaiserschnitt-Geburten - von damals ungefähr 21 300 solcher Eingriffe (16,1 Prozent) auf nun 36 500 (33 Prozent). Für diese Entwicklung gibt es laut Weyherter mehrere Ursachen. Durch die Schließung kleinerer Kliniken zentralisiere sich die Kliniklandschaft; dadurch wiederum stiegen die Geburtenzahlen in den großen Häusern, die dafür oft aber weder personell noch räumlich ausgelegt seien. "Eine Hebamme betreut mehrere Gebärende gleichzeitig", sagte Weyherter. Hebammen und Ärzte seien einer hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt und könnten den Frauen oft nicht die nötige "ruhige Atmosphäre bieten". Weyherter sagte, die Weltgesundheitsorganisation WHO halte eine Kaiserschnittrate von 10 bis 15 Prozent in Industrieländern für angemessen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Hebammen (8)Kaiserschnitt (8)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.