Eine Verwarnung und ihre möglichen Folgen: Was Azubis über Abmahnungen wissen müssen
Das ist die Gelbe Karte

Kassieren Jugendliche in der Ausbildung eine Abmahnung, sollten sie das unbedingt ernst nehmen. Auf die Gelbe Karte kann schnell die fristlose Kündigung folgen. Bild: tmn
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Bayern
09.09.2016
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Unpünktlich gewesen, Weisungen missachtet oder die Berufsschule geschwänzt: Das sind nur einige der Gründe, warum Azubis unmittelbar nach dem Berufsstart eine Abmahnung bekommen. Was Jugendliche nun wissen sollten:

Was ist überhaupt eine Abmahnung?

Man kann sie sich als eine Art Gelbe Karte wie beim Fußballspiel vorstellen, sagt Alireza Khostevan, Rechtsberater bei der Arbeitnehmerkammer. Der Arbeitgeber spricht sie aus, wenn Jugendliche gegen ihre Pflichten aus dem Arbeitsvertrag verstoßen haben.

Wie reagieren sie am besten auf eine Abmahnung?

Jugendliche sollten die Abmahnung sehr ernst nehmen, denn sie ist die Vorstufe zur fristlosen Kündigung. Viele seien in dem Irrglauben: Bis zur Kündigung braucht es mindestens zwei oder drei Abmahnungen, erklärt Khostevan.

Doch das stimme nicht. Nach einer ersten Abmahnung kann die Kündigung umgehend folgen.

Was können Jugendliche gegen eine Abmahnung machen?

Eine Abmahnung kann etwa aus formellen Gründen unwirksam sein. Das ist etwa der Fall, wenn der Arbeitgeber das Fehlverhalten des Jugendlichen nicht genau benannt hat.

Da steht dann zum Beispiel nur: Abmahnung wegen Unpünktlichkeit, aber es fehlt die Angabe, an welchem Tag der Jugendliche zu spät war.

Ist eine Abmahnung aus formellen Gründen unwirksam, behalten Jugendliche das aber am besten für sich. Sonst bessert der Arbeitgeber nach.

Kommt es später zu einem Prozess, kann es für Jugendliche von Vorteil sein, wenn die Abmahnung formell unwirksam ist.

Was können Azubis machen, wenn der Vorwurf nicht zutrifft?

Haben Jugendliche den Eindruck, dass sie wegen etwas gerügt werden, das nicht stimmt, können sie eine Gegendarstellung schreiben.

Darin schildern sie, warum der Vorwurf ihrer Ansicht nach nicht zutrifft. "Die Gegendarstellung kommt in die Personalakte und schwächt die Abmahnung ab", erklärt Khostevan. (tmn)

Wollen Auszubildende für eine Zeit lang ins Ausland gehen, machen sie das am besten nach der Zwischenprüfung. Darauf weist Rebecca Hof hin, Mobilitätsberaterin bei einer Handwerkskammer.

Wer früher geht, hat oft noch zu wenig Erfahrung, um sich im Gastbetrieb sinnvoll einbringen zu können. Ist der Aufenthalt dagegen erst sehr spät in der Ausbildung, bleibt möglicherweise zu wenig Zeit, um sich auf die Abschlussprüfung vorzubereiten, so die Expertin in der Zeitschrift "Handfest" (Ausgabe 5/2015) des Deutschen Handwerkkammertages.

Eine Möglichkeit ist auch, das Praktikum in den Berufsschulferien zu machen. Das hat den Vorteil, dass Azubis keinen Lernstoff verpassen, den sie später nachholen müssen.

Theoretisch können Auszubildende bis zu einem Viertel der regulären Ausbildungszeit im Ausland verbringen. Möglich sind also bei einer dreijährigen Ausbildung neun Monate Auslandsaufenthalt. Häufig dauern die Praktika aber nur drei bis vier Wochen, weil der Betrieb nicht länger auf Lehrlinge verzichten will.

Wer sich für einen Auslandsaufenthalt während der Ausbildung interessiert, wendet sich am besten an die Berater der Kammern oder der Berufsschulen. (tmn)
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