Fossil begeistert Wissenschaftler
Versteinerte Riesenschildkröte in Oberfranken entdeckt

Matthias Mäuser, Leiter des Naturkunde-Museums Bamberg, neben der 150 Millionen Jahre alten fossilen Schildkröte. Nach Angaben des Museums hat das versteinerte Tier einen Durchmesser von 64 Zentimetern und ist eine neue Art. Das Fossil wurde bereits im Juni 2015 entdeckt, aber erst nach 300 Stunden Präparationsarbeit öffentlich gemacht.
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Bayern
30.04.2016
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Eine versteinerte Riesenschildkröte ist in Oberfranken entdeckt worden. Sie dürfte vor 150 Millionen Jahren gelebt haben. Jetzt soll sie wissenschaftlich ganz genau unter die Lupe genommen werden.

Ein riesiges Schildkrötenfossil ist im oberfränkischen Wattendorf gefunden worden. Die fossile Riesenschildkröte mit einem Durchmesser von 64 Zentimetern sei die größte, die weltweit aus Jura-Plattenkalken bekannt sei, sagte Matthias Mäuser, Leiter des Naturkunde-Museums in Bamberg, am Freitag. «Zudem ist es eine neue Art. Es gibt keine Vergleichsfundstelle, die genauso alt ist.»

Mäuser machte den Fund des 150 Millionen Jahre alten Fossils, das bereits im vergangenen Juni entdeckt worden war, erst nach 300 Stunden Präparationszeit öffentlich. Einen Namen habe die neue Art noch nicht, sagte Mäuser. Dazu muss ein Wissenschaftler das Fossil erst genau beschreiben.

Der Panzer ohne Kopf und Gliedmaßen war in einem Steinbruch gefunden worden, in dem ein Team des Museums seit 2004 regelmäßig nach paläontologischen Fundstücken gräbt. Die Wissenschaftler rekonstruierten die Geschichte des toten Tiers: Es sei tagelang in einer jurazeitlichen Lagune getrieben, an deren Stelle heute Ortschaften liegen. «Dann muss ein Krokodil einen Teil des Panzers abgebissen haben», erklärte Mäuser. Schließlich sank der Kadaver auf den Lagunenboden, der sauerstofflos und übersalzen war.

Nur deshalb ist das Fossil erhalten. In dem Steinbruch hatten die Wissenschaftler bereits vor rund vier Jahren einen sensationellen Fund gemacht: ein Flugsaurierskelett.
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