Glückwunsch an die Abiturienten 2016
Bleibt alles anders

Vermischtes
Bayern
24.06.2016
185
0
Von Andreas Hahn

Ich gebe zu: Es bereitet mir ein leichtes Kribbeln in der Magengegend, wenn ich (m)ein Gymnasium besuche. Irgendwie so, als würde man seinen Schwarm aus dem Teenageralter unerwartet irgendwo treffen. Es erinnert mich einfach an meine eigene Schulzeit. Und da kommt etwas Wehmut auf. Da ich - bevor es an die Arbeit zu dieser Beilage ging - kürzlich zweimal in den Genuss kam, meine ehemalige Bildungsanstalt aufzusuchen, konnte ich jenes Kribbeln doppelt genießen.

Und da waren sie umgehend, die alten Erinnerungen: Hier haben wir in den Pausen gesessen, dort noch schnell die Hausaufgabe abgeschrieben, an jener Ecke die Tanzkurs-Partnerin klargemacht, Karten gespielt, die Freistunden verbracht und und und.

Natürlich hat sich auch viel verändert. Wo früher Info-Zettel für uns Schüler aushingen, stehen jetzt digitale Infotafeln mit Flatscreens. Die Schüler-Bibliothek gibt es offensichtlich nicht mehr, Schließfächer wurden aufgebaut, Schaukästen entfernt und wer braucht im Handyzeitalter noch eine Telefonzelle?

Doch der Traditionalist in mir wird dennoch fündig: Auf dem Gang zu Direktorat und Lehrerzimmer duftet es immer noch nach Filterkaffee, auf dem Schreibtisch des Kunstlehrers (ganz oben unterm Dach) türmen sich Bücher, Zettel und Mal-Utensilien, alte Möbel zieren Zimmer und Dachterrasse der Oberstufe, der ausgestopfte Schimpanse fristet wie vor Jahren sein tristes Dasein im Glasschrank vor dem Biologie-Saal. Die Sekretärinnen kennen mich auch noch ("ja schau an, der Chicken beehrt uns...").

Betrachtet man die Infoscreens für Schüler mal genauer, wirft man einen Blick in die aktuellen Schulbücher und sieht die beträchtliche Anzahl an Nachmittagsstunden schon in der Unter- und Mittelstufe, so verfliegt jene Wehmut so schnell wieder, wie sie gerade noch in mir aufgekommen war. Nein, nochmal möchte ich das nicht. Mir kommen ernsthafte Zweifel, ob ich im Jahre 2016 - satte 18 Jahre nach dem eigenen Abi - diesen Abschluss schaffen würde.

Keine Frage: Die Schüler sind da hineingewachsen in den vergangenen Jahren. Dass ihnen der anspruchsvolle Schulstoff in acht Jahren vermittelt wurde, sie alles verinnerlicht und jetzt ihr Abi abgelegt haben, verdient allerhöchsten Respekt. Chapeau! Hut ab! Und trotzdem freue ich mich in den kommenden Jahren wieder auf eine Rückkehr in meine alte Schule.

Da Einsicht der erste Schritt zur Besserung ist, bin ich fest davon überzeugt, dass ich irgendwann wieder über Abiturienten schreiben darf, denen für die Gymnasialzeit gütige neun Jahre (ohne ein Wiederholungsjahr eingerechnet) gewährt wurden.

In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch! Lasst es krachen, feiert und überhaupt: Alles Gute!

Abitur 2016Ich wünsche allen bayerischen Schülerinnen und Schülern des Abschlussjahrgangs die nötige Konzentration und viel Erfolg für die anstehenden Abiturprüfungen", betonte Bildungsminister Dr. Ludwig Spaenle anlässlich des Abiturs 2016. Wie schon 2015 waren auch heuer rund 39 000 Schüler zu den Prüfungen angetreten.

Die bayerischen Schüler legten drei schriftliche Abiturprüfungen ab: am 29. April im Fach Mathematik, am 3. Mai im Fach Deutsch und am 6. Mai in einem weiteren Fach, z. B. einer Fremdsprache oder einem gesellschafts- oder naturwissenschaftlichen Fach.

Wie in den beiden vorangegangenen Jahren enthielten die schriftlichen bayerischen Abiturprüfungen in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik auch in diesem Jahr Aufgaben bzw. Aufgabenteile, die mit anderen Bundesländern abgestimmt waren - "ein wichtiger Schritt zu einer besseren Vergleichbarkeit der Abiturprüfungen innerhalb Deutschlands", hieß es dazu aus dem Kultusministerium in München.

Die Kolloquiumsprüfungen fanden in zwei Prüfungswochen statt: vom 30. Mai bis 3. Juni sowie vom 6. bis 10. Juni konnten die Abiturienten in zwei weiteren Fächern ihr Können unter Beweis stellen.

Schüler, die in den schriftlichen Abiturprüfungen hinter den eigenen Erwartungen oder den Prüfungsvorgaben zurückblieben, hatten die Möglichkeit, die Noten in diesen Fächern bis zum 17. Juni in mündlichen Zusatzprüfungen zu verbessern. Die Entlassung der erfolgreichen Absolventen findet am Freitag, 24. Juni, statt. An diesem Tag werden auch die Zeugnisse der Allgemeinen Hochschulreife überreicht, die zum Studium an einer Hochschule berechtigen, aber auch der Startschuss für eine attraktive Berufsausbildung sein können.

"Zwei Jahre lang haben Sie in der Qualifikationsphase zusammen mit den Lehrkräften an Ihrem Wissen und Können gearbeitet und sich im Laufe Ihrer Schullaufbahn an den bayerischen Gymnasien eine umfassende Allgemeinbildung angeeignet und Kompetenzen erlangt, die für die anstehenden Prüfungen, aber auch in Studium und Beruf ein solides Fundament darstellen", sandte Bildungsminister Spaenle als Botschaft an die Abiturienten in Bayern.

Die Aufteilung der Oberpfälzer Abiturienten (insgesamt etwa 3190) am Gymnasium laut Kultusministerium. Die Zahlen beziehen sich auf die Anzahl der Schüler, die zur Abiturprüfung angetreten sind:

Stadt Amberg und Landkreis Amberg-Sulzbach: ca. 1300

Stadt/Landkreis Regensburg: ca.

Weiden: ca. 310

Cham: ca. 300

Neumarkt: ca. 420

Neustadt a. d. Waldnaab: ca. 170

Schwandorf: ca. 450

Tirschenreuth: ca. 120

Die Prognose für die Teilnehmer an den Abiprüfungen 2016 an FOS und BOS lag für die Oberpfalz laut Kultusministerium bei rund 2650 Schülern. (aha)
Weitere Beiträge zu den Themen: Schule (576)Abiturienten (44)Abitur 2016 (30)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.