Heinz Steinhart erliegt Krebsleiden
Der Bäderkönig ist tot

Als Heinz Steinhart (rechts) und zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Glaser den Vertrag unterzeichneten, der die Kristall AG zum Eigentümer der Fichtelberger Therme machte, schien der Weg für deren Wiederaufbau frei. Nun ist Steinhart tot, wie es weitergeht offen. Bild: bkr
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Bayern
20.07.2016
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Heinz Steinhart lebt nicht mehr. Wie erst am Mittwoch bekannt wurde, erlag der Geschäftsführer der Kristall-Bäder AG bereits am 5. Juli einer schweren Krankheit. Welche Folgen sein Tod für den Wiederaufbau der Therme in Fichtelberg hat, ist noch nicht abzusehen.

Fichtelberg/Stein. (bkr/luk) Der 73-Jährige litt seit längerer Zeit an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Trauerfeier und Beerdigung sollen in aller Stille stattgefunden haben, berichtet der Nordbayerische Kurier. Trotz seiner Krankheit hatte Steinhart den Wiederaufbau der Therme in Fichtelberg, den er noch miterleben wollte, weiter vorangetrieben. Die Baugenehmigung dafür hatte die Kristall-Bäder AG Ende Februar erhalten. Doch seitdem herrscht Stillstand.

„Nichts mehr gehört“


Denn für einen Baubeginn ist eine Einigung der Kristall-Bäder AG mit der Versicherung über den Neubauwert erforderlich. „Wir haben schon lange nichts mehr gehört“, sagte am Mittwoch Pressesprecherin Martina Fassbender von der Gothaer Versicherung auf NT-Nachfrage. Nach ihren Worten wartet man in Köln immer noch auf Informationen und die Bauunterlagen. Sie wurden bis dato nicht vorgelegt. „Wir würden es gerne abschließen“, betonte Fassbender.

Der Vorstandsvorsitzende der Kristall-Bäder AG in Stein, Gerd Bittermann, war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Mit ihm möchte nun nach Steinharts Tod auch Fichtelbergs Bürgermeister Georg Ritter umgehend über den Wiederaufbau der Therme sprechen.

Dem Vorhaben war ein jahrelanger Streit mit der Gemeinde Fichtelberg vorausgegangen, nachdem die Therme im Mai 2012 niedergebrannt war. Noch im Monat zuvor hatte Steinhart in einer Informationsveranstaltung für die Bürger zur Zukunft der Freizeiteinrichtung prophezeit: „Am 31. Mai wird die Gemeinde doppelt pleite sein.“ Grund der Drohgebärde war wohl die Schadensersatzforderung der Kommune von über 1,5 Millionen gegenüber Steinhart und das zu erwartende Urteil des Landgerichts Bayreuth, gegen das er später Rechtsmittel einlegte (wir berichteten).

In Fichtelberg war Steinhart zuletzt im vergangenen Herbst, um mit Bürgermeister Ritter die Baupläne für den Wiederaufbau der Therme zu besprechen. Einen entscheidenden Schritt erhoffte sich Fichtelberg vom 30. November 2015. Damals unterzeichneten Steinhart und zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Glaser in Nürnberg einen Auflassungsvertrag, der die Kristall AG in Stein zum Eigentümer der Therme machte. Das Ende der jahrelangen Auseinandersetzung schien eingeläutet zu sein.
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