Junge Berufstätige sind besonders gefährdet
Ein Unfall ändert alles

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Bayern
09.09.2016
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Ein unbedachter Schritt im Treppenhaus, ein leichtsinniger Umgang mit der Bohrmaschine oder der Motorsäge: Sekundenbruchteile können jahrelange Folgen nach sich ziehen.

Ein Unfall, ob im Beruf oder in der Freizeit, kann förmlich alles auf den Kopf stellen. Besonders fatal: Oft sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter bis 25 Jahre betroffen.

Allein jeder fünfte Arbeits- und Wegeunfall ereignet sich in dieser Altersgruppe, berichtet die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM).

Erfasst wurden dabei nur alle meldepflichtigen Unfälle. Das sind Unfälle, nach denen Beschäftigte für mindestens drei Tage arbeitsunfähig sind.

Informieren, nicht belehren


Die Gründe dafür, dass junge Arbeitnehmer besonders oft verunglücken, sind vielfältig. "Junge Menschen besitzen oft eine hohe Risikobereitschaft. Ihnen fehlt die Routine, und sie können Gefahren nicht richtig einschätzen", erklärt Dr. Jens Jühling auf Seiten der BG ETEM.

Gut gemeinte Hinweise und Belehrungen nutzen indes wenig: "Was sie tun sollen, haben die jungen Leute oft genug von ihren Eltern und Lehrern gehört. Sie wollen endlich selbst entscheiden."

Daher setzt die Berufsgenossenschaft nicht auf Bevormundung, sondern Information. "Du bestimmst das Risiko", lautet die Kernaussage, die sich direkt an die betreffende Altersgruppe wendet.

Auf der Homepage www.ein-unfall-ändert-alles.de gibt es Tipps für mehr Sicherheit, sowohl am Arbeitsplatz als auch in der Freizeit.

Chats und Videos


Videos zeigen auf dem Portal, wie aus Spaß schnell Ernst werden kann. In einem Film springen Freerunner durch die nächtliche Stadt, ein anderes Mal berichten junge Video-Bloggerinnen von einer Party.

Eine weitere Informationsquelle für die Jugendliche sind die Chats auf der Seite. Hier gibt es Erfahrungsberichte aus erster Hand, man kann sich konkrete Tipps abholen. Betriebe können die Informationen nutzen, um junge Mitarbeiter und Auszubildende für Risiken zu sensibilisieren.

Tipps für mehr Arbeitssicherheit


Wer auf einer Baustelle arbeitet, hat es mit anderen Gefahren zu tun als derjenige, der Kabel verlegt und Elektrobauteile installiert. Wieder anders sieht es im Büro aus. Kurzum: Jede Berufsgruppe hat ihre eigenen Risiken und Sicherheitsvorkehrungen, die zu beachten sind.

Spezielle Informationen für verschiedene Branchen, vom Handwerk bis zu Verwaltungsberufen, geben Broschüren, die sich gezielt an Azubis und junge Berufstätige wenden.

Auf der Seite www.ein-unfall-ändert-alles.de gibt es die pdf-Dateien zum kostenfreien Download. (djd/pt)
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