Kreuz setzen
Ausreise-Post für Nazigegner

Vermischtes
Bayern
20.04.2016
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München/Nürnberg. Die rechtsextreme Partei "Der Dritte Weg" hat an zahlreiche Politiker, Gewerkschaftsfunktionäre, Journalisten und Rechtsextremismus-Experten in ganz Bayern mutmaßlich Postkarten mit einer Aufforderung zur Ausreise verschickt. Hintergrund ist deren Haltung zur Flüchtlingspolitik in Deutschland. Wie ein Polizeisprecher am Freitag in Nürnberg sagte, gab es in Mittelfranken bislang vier entsprechende Meldungen.

Nach Angaben von Titus Schüller, Stadtrat der Linken Liste in Nürnberg, wurden an mindestens 25 Personen diese Karten verschickt. Sie seien jeweils an die persönlichen Adressen der Empfänger geschickt worden und trafen am Donnerstag ein. Die rechtsextreme Partei war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Auf der als "Gutschein für die Ausreise aller Überfremdungsbefürworter Richtung Afrika" überschriebenen Postkarte sollen die Empfänger ankreuzen, wie sie die "ungeliebte Heimat" verlassen wollen - per Boot, auf dem Landweg über die Balkanroute oder mit dem Flugzeug.

Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz sieht in der konzertierten Aktion einen Versuch, die politischen Gegner des "Dritten Wegs" einzuschüchtern. Als "maximale Provokation" hätten die Aktivisten die Karten so verschickt, dass sie am 20. April, Hitlers Geburtstag, abgestempelt wurden.
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