Kritik am Bayerischen Rundfunk
Zu wenig Dialekt in Radio und Fernsehen

Sprachliche X-Beliebigkeit ist fad und ein schlechtes Markenzeichen.
Vermischtes
Bayern
19.02.2016
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Wieder gibt es Kritik am Bayerischen Rundfunk. Nach den Freunden der Volksmusik greift nun der "Bund Bairische Sprache" den öffentlich-rechtlichen Sender an. Der Vorwurf: Es wird zu wenig Dialekt gesprochen.

München. Der für die Dialektförderung bekannte "Bund Bairische Sprache" wirft dem Bayerischen Rundfunk (BR) sprachlichen Einheitsbrei vor. "Sprachliche X-Beliebigkeit ist fad und ein schlechtes Markenzeichen", sagte der Vorsitzende Sepp Obermeier am Freitag zum Internationalen Tag der Muttersprache, der am Sonntag begangen wird.

"Durchgehende Spracherkennung sollte ein Markenzeichen beim BR sein." Man erwarte auch von den professionellen Sprecherinnen und Sprechern, dass sie "mindestens einer bayerischen Mundart" mächtig seien. "In einer globalisierten Welt kommt der regionalen Identität eine wachsende Bedeutung zu", ist Obermeier überzeugt. Der "Bund Bairische Sprache" erinnerte daran, dass der BR schon vor Jahren Laien-Moderatoren aus der allabendlichen Volksmusiksendung verbannt habe, weil sie Mundart gesprochen hätten.

Sprachliche X-Beliebigkeit ist fad und ein schlechtes Markenzeichen.Sepp Obermeier, Vorsitzender des "Bunds Bairische Sprache"

Er wundere sich daher nicht, dass "das tägliche Volksmusikstünderl" im für jedermann analog zu empfangenden Programm Bayern-1 trotz Hörerprotesten nun komplett auf den Digitalkanal verlegt werde.

Hoffnung im Kreis Cham


Obermeier sieht aber auch einen Hoffnungsschimmer. Im Kreis Cham sprächen bei einem Pilotprojekt in einer Kindergartengruppe mindestens 60 Prozent der Kleinen und der Erzieherinnen Dialekt. "Sie können bewusst die Mundart weitergeben und wollen dies auch."

In Regensburg hätten sich hingegen Akademikereltern von Vorschulkindern ratsuchend an den "Bund Bairische Sprache" gewandt, weil ihrem daheim dialektsprechenden Nachwuchs "das noch zarte, liebevoll gehegte Pflänzlein Muttersprache an der Kindergartengarderobe rigoros ausgerissen wird".

Zum Tag der Muttersprache erscheint die Münchener Boulevardzeitung "TZ" an diesem Wochenende fast komplett auf Bairisch. Die Seiten mit Comics und Rätseln seien aber "Hochdeutschinseln", sagte ein Verlagssprecher am Freitag.

Zudem werde die in Samstagsausgaben übliche Tagesthema-Seite "Bairisch" dieses Mal auf Hochdeutsch erscheinen. Vor zwei Jahren hatte die "TZ" die Dialektausgabe schon einmal getestet. Es wurde nach Verlagsangaben eine der bestverkauften Ausgaben.

"Sprachwurzel" vergeben


Der Internationale Tag der Muttersprache wurde von der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur, der Unesco, ausgerufen. Er wird seit 2000 jährlich am 21. Februar begangen. Der "Bund Bairische Sprache" setzt sich für den Erhalt der Dialekte ein. Er vergibt jedes Jahr die undotierte Auszeichnung "Sprachwurzel" an Menschen, die auch im öffentlichen Raum Dialekt sprechen.

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Bund Bairische Sprache im Internet:

www.bund-bairische-sprache.de
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