Mähroboter machen vor Kleintieren nicht Halt
Igel stark gefährdet

Vermischtes
Bayern
12.08.2016
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Hilpoltstein. Immer mehr Menschen lassen ihre Gärten von Robotern mähen. Die stellen jedoch eine erhebliche Verletzungsgefahr für kleine Tiere dar, wie der Landesbund für Vogelschutz (LBV) berichtet. „Da Igel bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich zusammenrollen, sind sie besonders gefährdet“, erklärt Martina Gehret, die LBV-Projektbeauftragte für „Igel in Bayern“.

Aber auch viele andere Gartentiere wie Blindschleichen, Amphibien und Insekten können von Mährobotern getötet werden. Die Roboter halten vor kleinen Tieren nicht an und stellen besonders im Nachtbetrieb eine große Gefahr dar.

„Rasenmähroboter machen das Leben vielleicht kurzzeitig bequemer, doch die Artenvielfalt hat in Robotergärten keine Chance mehr. Die Geräte sind eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Igel und andere Gartentiere“, erklärt Martina Gehret.

In einem Test der „Stiftung Warentest“ überfährt und schreddert ein Mähroboter problemlos einen Apfel. „Ein kleiner Igel ist zusammengerollt auch nicht größer als ein Apfel“, weiß Martina Gehret. Die Tester des Verbrauchermagazins Öko-Test kritisieren an den Rasenrobotern: „Kein Gerät hält die Normvorgaben ein.“

Außerdem entziehen die Mähroboter dem Igel seine Nahrungsgrundlagen. Er wird gezwungen auf Nahrungssuche weitere und gefährlichere Wege zurückzulegen.

Durch die automatisierte tägliche Pflege des Rasens haben Blühpflanzen, Insekten, Amphibien, Spinnentiere und auch kleine Säugetiere in Gärten keine Lebensgrundlage mehr. „Anstatt diesen Teufelskreislauf mit Mährobotern zu befeuern, sollte jeder Gartenbesitzer lieber auf Artenreichtum achten und auf die elektrischen Helfer verzichten“, fordert Gehret.

Der LBV erklärt weiterhin: „Jeder bayerische Garten ist Teil einer insgesamt 150.000 Fußballfelder großen Privatgartenfläche im Freistaat. Diese riesige, nicht versiegelte Fläche mitten in unseren Siedlungsgebieten ist oft der einzige Rückzugsort für Tiere wie den Igel, die jenseits des Gartenzaunes kaum noch einen Lebensraum finden.“

Mehr zum Thema auch im Blog der LBV-Igelexpertin.
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