Nachruf auf Peter Lustig
Lustige Lebensart

"Löwenzahn"-Moderator Peter Lustig (rechts) wie ihn die Fans kannten (mit im Bild Nachfolger Guido Hammesfahr). Bild: dpa
Vermischtes
Bayern
24.02.2016
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Es reichten schon die ersten Töne der Titelmelodie, dann waren wir Kinder im "Löwenzahn"-Modus. Peter Lustigs Sendung hätten wir nicht verpasst. Verblüffte der Mann mit der Latzhose und der Nickelbrille uns doch damit, wie Regen entsteht, wie Schlaf funktioniert oder warum Igel und Maulwürfe im Garten ein gutes Zeichen sind.

Lustig ging all diese Fragen mit dem neugierigen Blick eines Kindes an, den er sich bis zu seinem Tod bewahrt hat. Und ergründete sie mit Sprüchen wie "Ich hab da mal was gebastelt" oder "Klingt komisch, ist aber so". Doch was er mit meditativer Stimme und trockenem Humor glaubwürdig vermittelte, war nicht nur populärwissenschaftliche Unterhaltung. Lustig lehrte uns, bewusst die Umwelt wahrzunehmen, Toleranz für den nervigen Nachbarn zu entwickeln und den Respekt vor der Natur. In einer Zeit, als eine Erreichbarkeit rund um die Uhr noch utopisch war, zelebrierte der "Aussteiger" im Bauwagen die Entschleunigung.

Wenn er nach einer halben Stunde dann "erst mal frühstücken" ging, verabschiedete er sich mit "Ihr seid ja immer noch da! Abschalten!" Wir haben auf ihn gehört, die Kiste ausgemacht und sind raus zum Spielen gegangen. Mit dem Kopf voller neuer Gedanken und Ideen. Dafür sind wir ihm heute noch dankbar.

tobias.schwarzmeier@derneuetag.de
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