Weltweit Berufserfahrung sammeln - Gegen Ende der Ausbildung kann das durchaus lohnend sein
Als Praktikant imAusland

Die Arbeitswelt in einem anderen Kulturkreis kennenlernen - ein Auslandspraktikum kann Pluspunkte bringen. Bild: djd_ /www_communitylife_de_Goodluz_Shutterstock
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Bayern
09.09.2016
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Wer für ein Praktikum ins Ausland geht, macht wertvolle Erfahrungen - und sammelt Punkte für den Lebenslauf. Das ist nicht nur für Studenten attraktiv, auch Auszubildende können davon profitieren.

Eine Zeit im Ausland gelebt zu haben, gehört für viele junge Akademiker dazu. Doch es muss nicht immer ein Studienaufenthalt sein: Ein Praktikum im Ausland bietet Einblicke in eine fremde Arbeitswelt.

Das beeindruckt auch Personaler: "Von Ehemaligen hören wir oft, dass es sich bezahlt macht, wenn im Lebenslauf ein Praktikum an einem ungewöhnlichen Einsatzort steht", sagt Karin Pankau. Sie ist Teamleiterin beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Bonn. Der DAAD vermittelt Fachpraktika mit Bezug zum Studium oder einer wissenschaftlichen Tätigkeit.

Exotik ist Trumpf


Doch nicht immer ist weit weg auch besser. "Viel wichtiger als der Exotikfaktor ist die Frage, was vor Ort gemacht wird", erklärt Robert Helm-Pleuger. Er ist Berater bei dem Netzwerk Eurodesk in Bonn. Das Netzwerk Eurodesk unterstützt alle, die einen Auslandsaufenthalt planen. "Egal, ob als Au-pair, Freiwilliger oder Praktikant", erläutert Helm-Pleuger.

Gerade für Jugendliche sei ein Praktikum oft nicht das Richtige: "Die meisten wollen vor allem Auslandserfahrung sammeln." In diesem Fall rät der Experte zu einem internationalen Freiwilligendienst.

Eher gegen Ende


Azubis könnten von einem Auslandspraktikum aber durchaus profitieren. Sinnvoll sei das gegen Ende der Ausbildung.

Doch wie kommt man an das erhoffte Auslandspraktikum? Am einfachsten ist es, wenn es bereits Kooperationen an der Uni oder im Betrieb gibt. Gute Anlaufstellen für Azubis sind die Industrie- und Handelskammern. Für Hochschüler gibt es an den meisten Hochschulen eigene Beratungsstellen.

Claudia Schönherr berät im Leonardo-Büro Sachsen in Dresden Studenten bei der Planung von Auslandspraktika. Dazu gehört es auch, sich frühzeitig über die Finanzierung Gedanken zu machen. Von der EU werden Auslandspraktika finanziell unterstützt, wenn sie Teil einer Ausbildung oder des Studiums sind.

Jeder Student kann die Erasmus-Förderung für maximal 360 Tage beanspruchen - jeweils während des Bachelor- oder Masterstudiums.

Dabei ist es egal, ob das Kontingent für ein Studium oder ein Praktikum im Ausland genutzt wird. "Die Bewerbung für ein Erasmus-Stipendium muss während des Studiums erfolgen", sagt Schönherr. "Das Praktikum selbst kann aber bis zu zwölf Monate nach dem Studienabschluss gemacht werden."

Auf dem Markt für Auslandspraktika tummeln sich auch etliche kommerzielle Wettbewerber: Das Angebot sei in den vergangenen Jahren sprunghaft gestiegen, sagt Helm-Pleuger und warnt: "Bei kommerziellen Anbietern sollte man sehr genau hinschauen, wofür Kosten entstehen." Steht dahinter eine echte Leistung, wie die Regelung von Formalitäten, oder werden vielmehr Fantasiegebühren erhoben? "Ich persönlich würde generell keine Vermittlungsgebühr dafür bezahlen, um im Ausland arbeiten zu dürfen."

Selbst wenn die Zusage für den Praktikumsplatz und die Förderung stehen, gibt es noch einiges zu tun: "Ein Touristenvisum reicht bei einem Praktikum in der Regel nicht aus", sagt Schönherr. Die Einreise muss daher entsprechend geplant werden.

Der kulturelle Faktor


Angehende Praktikanten sollten sich gut über das Gastland informieren, um kulturelle Fettnäpfchen zu vermeiden. "Gerade im Praktikum muss man das Feedback eines Vorgesetzten auch richtig interpretieren können." War das nun ein Lob oder doch ein versteckter Tadel? (tmn)
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