Zugunglück bei Bad Aibling
Fahrdienstleiter spielte am Handy

Vermischtes
Bayern
12.04.2016
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Bad Aibling. Bis unmittelbar vor dem Zugunglück von Bad Aibling mit elf Toten hat der zuständige Fahrdienstleiter nach Angaben der Ermittler verbotenerweise Handyspiele gespielt. Das haben sie zwei Monate nach dem Zusammenstoß der beiden Züge herausgefunden. Der 39-Jährige kam deshalb am Dienstag wegen fahrlässiger Tötung in Untersuchungshaft, wie die Staatsanwaltschaft Traunstein mitteilte. Sie hält dem Bahnbediensteten eine schwere Pflichtverletzung vor.

Bei dem Zusammenstoß zweier Nahverkehrszüge auf der Strecke von Holzkirchen nach Rosenheim waren am 9. Februar elf Menschen ums Leben gekommen. 85 Insassen wurden teils lebensgefährlich verletzt.

Die Staatsanwaltschaft sieht eine direkte Verbindung zwischen den Handyspielen des Fahrdienstleiters und der Ursache des Zusammenstoßes. "Es muss aufgrund des engen zeitlichen Zusammenhangs davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte dadurch von der Regelung des Kreuzungsverkehrs der Züge abgelenkt war", teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der Fahrdienstleiter habe deshalb den Zügen falsche Signale gegeben und bei den folgenden Notrufen am Funkgerät die falsche Tastenkombination gedrückt. Bei seiner Festnahme habe der Mann gestanden, am Handy gespielt zu haben, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Wolfgang Giese mit. "Er bestritt aber, hierdurch abgelenkt worden zu sein."
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