Zum ersten Mal über 400 Weißstorchpaare
Boom in Bayern

Wie die Hühner auf der Stange: Störche auf dem Kirchendach in Oettingen. (Foto: Heidi Källner)
Vermischtes
Bayern
11.08.2016
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Hilpoltstein. So viele Weißstörche gab es noch nie in Bayern: 415 Paare sind im Freistaat angesiedelt. Ein neuer Rekord. Und das, obwohl der Bundestrend eher negativ ausfällt. Es wurde ein schwieriges Jahr prognostiziert.

In Bayern jedoch steigt die Anzahl der Brutpaare im elften Jahr in Folge an. Dabei wachsen nicht nur die bereits bestehenden Storchen-Kolonien weiter, es bilden sich auch neue. „Ansiedlungswillige Paare lassen sich gerne in der Nähe bestehender Nester nieder“, erklärt Oda Wieding, die Projektleiterin des Weißstorchschutzprogrammes beim Landesbund für Vogelschutz (LBV).

Grund für die positive Bilanz sind auch die Routen, die unsere Störche bevorzugt nehmen. Hier in Bayern leben vor allem sogenannte Westzieher. Diese Storche fliegen über eine relativ ungefährliche Route in den Süden. In Schleswig-Holstein und Sachsen brüten hingegen hauptsächlich Ostzieher, sie sind eher gefährdet.

So kommt es, dass „die Anzahl der Storchenpaare in Herzogenaurach von zwei auf fünf und in Oettingen von vier auf neun angewachsen ist“, freut sich Wieding. Die größte bayerische Kolonie findet sich mit 17 Storchenpaaren weiterhin in Uehlfeld, Landkreis Erlangen-Höchstadt. Hier kamen dieses Jahr vier neue Paare hinzu.

Bei den frisch geschlüpften bayerischen Störchen haben die Eisheiligen und die Schafskälte im Mai und Juni für vereinzelte Verluste gesorgt. Die Auswirkungen waren aber weit weniger schlimm als befürchtet. „Durch die heftigen, aber kurzen und regional sehr begrenzten Schauer, konnten die Küken an den betroffenen Nestern meist nach wenigen Stunden wieder trocknen und die Altstörche wieder zur Futtersuche fliegen“, erklärt die LBV-Storchenexpertin.

Mittlerweile sind schon fast alle bayerischen Jungvögel flügge und bilden die ersten sogenannten Zugtrupps. „In den letzten Tagen wurden im Landkreis Donauwörth rund 70 Störche beobachtet, im Landkreis Roth waren es bis zu 30 Vögel“, erzählt die Biologin. Die Hauptabflugszeit der Weißstörche geht von Ende Juli bis Mitte September. So haben auch später geschlüpfte Jungvögel noch genügend Zeit, selbstständig zu werden.

Ab in den Süden: Den genauen Weg der bayerischen Weißstörche kann jeder live im Internet verfolgen. Jungstörche aus diesem und dem letzten Jahr sind mit Satellitensendern ausgestattet. Ihre Reiseroute zeigt die LBV-Webseite.
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