Audi nimmt sich viel vor

Audi-Modelle stehen hoch im Kurs: Auch Verkaufsschlager A3 "E-Tron", ein Plug-in-Hybrid, verkauft sich selbst in Frankreich gut - trotz des Namens. Denn "étron" heißt auf Deutsch unter anderem "Kothaufen". Bild: dpa
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Bayern
11.03.2015
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Weltweite Krisen, schwächelnde Wachstumsmärkte und mögliche neue Konkurrenten. Audi richtet sich auf schwierigere Zeiten ein. Von Pessimismus dennoch keine Spur: Die Volkswagen-Tochter hat neue Rekorde im Blick.

Audi peilt trotz Unsicherheiten in diesem Jahr einen weiteren Absatzrekord an und will bereits vor 2020 die Marke von zwei Millionen verkauften Autos knacken. Dabei werde das Umfeld für die Nobelmarke weiter herausfordernd bleiben, sagte Audi-Chef Rupert Stadler am Dienstag in Ingolstadt bei der Vorlage der Bilanz der Volkswagen-Tochter.

"Wir zielen auf ein neues Rekordjahr." Der Start ins Jahr sei gelungen, im Februar legten die Verkäufe um 7,4 Prozent zu. "Allein im ersten Quartal fahren unsere Standorte in Ingolstadt und Neckarsulm 19 Sonderschichten", sagte Stadler. Für die Konzernmutter bleibt Audi der wichtigste Ertragsbringer.

BMW vom Thron stoßen

Stadler will bis 2020 den Erzrivalen BMW an der Spitze der Oberklassehersteller ablösen. Das Ziel, bis 2020 auch die Marke von zwei Millionen verkaufter Autos zu knacken, zieht Stadler vor - auch wenn er nicht verrät, wann es soweit sein soll. Der Branchenprimus BMW hatte bereits im vergangenen Jahr mehr als zwei Millionen Autos verkauft. Die Münchner legen kommende Woche die Zahlen für 2014 vor.

Aber bereits 2014 sei kein Selbstläufer gewesen, warnte Stadler. So habe die Weltwirtschaft Rückschläge erlitten, in Wachstumsmärkten wie Brasilien, Indien oder Russland laufe es nicht rund. "Strukturelle Probleme, schwächelnde Rohstoffmärkte und - wie in Russland - geopolitische Konflikte machen den wirtschaftlichen Hoffnungsträgern bis heute zu schaffen", sagte Stadler.

Insgesamt werde die Welt komplizierter. Es gebe mehr Wettbewerb, mehr Geschwindigkeit, die Verflechtungen würden enger. Dazu kämen Krisen, Konjunkturschwankungen und Währungsrisiken. "Im Ergebnis entsteht: weniger Sicherheit, weniger Planbarkeit und insgesamt weniger Unabhängigkeit", sagte Stadler. Man müsse möglichst viele Variablen einkalkulieren. "Und doch ist jedes Wirtschaften immer eine Wette auf die Zukunft." Im vergangenen Jahr ging diese Wette für Audi auf. "Wir haben mehr geliefert als wir versprochen haben", sagte Stadler. Audi hatte 2014 weltweit rund 1,74 Millionen Autos verkauft und einen Absatzrekord erreicht. Das trieb den Umsatz auf den Bestwert von fast 54 Milliarden Euro (fast 8 Prozent Plus).

Der operative Gewinn legte angesichts hoher Investitionen in neue Fabriken und Modelle nicht ganz so deutlich zu und stieg um etwas mehr als 2 Prozent auf knapp 5,2 Milliarden Euro. Unter dem Strich steht ein Gewinn von gut 4,4 Milliarden Euro, 10 Prozent mehr als 2013. Weltweit beschäftigt Audi mehr als 80 000 Menschen, 58 000 davon in Deutschland. 2015 plant der Autobauer weltweit 6000 Einstellungen.

Vorstand mit höheren Boni

Die Beschäftigten an den deutschen Standorten erhalten allerdings trotz guter Zahlen bereits zum zweiten Mal in Folge eine geringere Erfolgsbeteiligung. Im Schnitt bekommt jeder Tarifbeschäftigte 6540 Euro. Bereits 2013 war die Zahlung von 8030 auf 6900 Euro gesunken. Die Bezüge des Vorstands allerdings stiegen 2014 dank höherer Boni. Die Mitglieder bekamen knapp 25 Millionen Euro (zuvor 23,4 Millionen). Anders als vergleichbare Unternehmen weist Audi die Vorstandsbezüge nicht für einzelne Mitglieder aus.
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