Autobauer vollzieht Chefwechsel - Reithofer Vorsitzender des Aufsichtsrats
Krüger nun am BMW-Lenkrad

Harald Krüger. Archivbild: dpa
Wirtschaft BY
Bayern
15.05.2015
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BMW hat den seit Monaten geplanten Generationswechsel an der Konzernspitze vollzogen. Als Nachfolger von Norbert Reithofer übernahm der bisherige Produktionsvorstand Harald Krüger zum Ende der Hauptversammlung am Mittwoch den Chefposten bei dem Autobauer. Reithofer wurde wie erwartet in den Aufsichtsrat gewählt. In einer Sitzung des Gremiums im Anschluss an die Versammlung wurde er anschließend zum Vorsitzenden bestimmt und löst damit seinen Vorgänger Joachim Milberg ab.

Führungsrolle verteidigen

Krüger muss nun die Führungsrolle von BMW in der Oberklasse verteidigen und Daimler sowie die VW-Tochter Audi auf Distanz halten. Sein Vorgänger warnte indes zum Abschied vor wirtschaftlichen Turbulenzen. Zwar wolle BMW nach etlichen Rekordjahren 2015 erneut Bestwerte einfahren, es gebe aber viele Risiken. "Unser wirtschaftliches Umfeld ist wenig stabil", sagte Reithofer. "Solide Planung von heute kann schon morgen Makulatur sein." Zwar gebe es angesichts der guten Konjunktur in vielen Ländern Chancen - auf der anderen Seite aber auch viel Ungewissheit. So gehe in Brasilien und Russland der Automarkt weiter zurück. Aktionärsvertreter wünschten Krüger viel Glück, betonten aber auch, dass Reithofer die Messlatte für seinen Nachfolger hoch gelegt habe.

Kritik gab es vor allem am direkten Wechsel Reithofers an die Spitze des Aufsichtsrats. Sie richtete sich vor allem gegen die fehlende Pause von zwei Jahren, die das Aktiengesetz für solche Wechsel eigentlich vorsieht. BMW nutzt eine Ausnahmeregelung, die es Großaktionären ermöglicht, davon abzuweichen. Der als Produktionsexperte geltende Reithofer (58) stand seit 2006 an der Spitze von BMW. Schon vor der schweren Branchenkrise 2008 und 2009 begann er, BMW einen harten Sparkurs zu verordnen, tausende Stellen wurden gestrichen.

Als Trainee eingestiegen

Krüger (49) hat nach seinem Maschinenbau-Studium in Braunschweig und Aachen fast seine gesamte Berufslaufbahn bei BMW verbracht: Eingestiegen war der gebürtige Freiburger im Jahr 1992 als Trainee. In den Jahren darauf sammelte er unter anderem als Projektingenieur in Spartanburg (USA) und Werkleiter der Motorenproduktion im britischen Hams Hall Auslandserfahrung. 2008 rückte er in den Vorstand auf. Erst war er für das Personalressort zuständig, zuletzt für die Produktion.
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