Banker verteidigen sich

Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bank, auf dem Weg in den Verhandlungssaal im Landgericht München. Bild: dpa
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Bayern
19.05.2015
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Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, hat im Strafprozess um den Fall Kirch die Anklage gegen ihn zurückgewiesen. Auch die übrigen angeklagten Ex-Manager des Geldhauses wehrten sich gegen die Vorwürfe. Fitschens Vorgänger Rolf Breuer machte zunächst aber keine Aussage.

Damit nimmt der Prozess um angebliche Falschaussagen der Banker in einem Schadenersatzprozess um die Pleite des Medienunternehmers Leo Kirch 2002 nach Verzögerungen erstmals Fahrt auf. Er habe in dem Prozess vor dem Oberlandesgericht München 2011 nicht die Unwahrheit gesagt, sagte Fitschen in einer von ihm verlesenen Erklärung vor dem Landgericht München am Montag.

Die Anklage wirft Fitschen, seinen Vorgängern Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie dem Ex-Vorstand und ehemaligen Aufsichtsratschef Clemens Börsig und dem früheren Vorstand Tessen von Heydebreck vor, nach einem gemeinsamen Plan vor Gericht die Unwahrheit gesagt zu haben, um Schadenersatzforderungen der Kirch-Erben abzuwehren.

Nichts in den Mund gelegt

Als erster gab Ackermann am Montag eine Erklärung ab. Darin betonte er, er habe in dem Prozess um Schadenersatzforderungen der Kirch-Gruppe vor vier Jahren nach bestem Wissen und Gewissen ausgesagt. Seine Aussage sei nicht mit den anderen Angeklagten abgestimmt oder eintrainiert gewesen. "Mir wurde nichts in den Mund gelegt." Börsig sagte: "Eine wahrheitswidrige Aussage widerspräche mir total." Auch die anderen Angeklagten hatten die Vorwürfe vor Prozessbeginn zurückgewiesen. Breuer will sich vor Gericht vorerst aber nicht äußern, kündigte sein Anwalt an. Fragen des Gerichts werden die Angeklagten voraussichtlich beim nächsten Termin Anfang Juni beantworten.

Verblassende Erinnerung

Fitschen sagte in seiner Erklärung, er habe zum Zeitpunkt seiner Aussage vor vier Jahren an die Vorgänge rund um die Kirch-Pleite 2002 nur noch eine verblassende Erinnerung gehabt. Er habe nur ausgesagt, was er noch in Erinnerung gehabt habe. "Den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, ich hätte vage und unschlüssige Angaben gemacht, um den Senat zu täuschen, kann ich daher nicht einmal im Ansatz nachvollziehen", sagte Fitschen. Er wies auch den Vorwurf zurück, er hätte wider besseres Wissen die angeblichen Falschaussagen seiner Kollegen nicht gestoppt.

Fitschen hatte wie die übrigen Angeklagten 2011 in dem Zivilverfahren ausgesagt, in dem die Erben Kirchs um Schadenersatz von der Bank stritten.
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