Banknotendrucker Giesecke & Devrient kündigt Sparprogramm an - Jobabbau auch im Ausland
Schlag für München: 630 Stellen fallen weg

Bei Giesecke & Devrient werden unter anderem Geldscheine gedruckt. Nun hat der Konzern ein Sparprogramm aufgelegt, dem im In- und Ausland insgesamt 930 Stellen zum Opfer fallen. Bild: Giesecke & Devrient
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Bayern
13.12.2014
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Der Banknotendrucker Giesecke & Devrient (G & D) will in München 630 Stellen streichen. Der Druckstandort München solle im kommenden Jahr geschlossen, das Dienstleistungszentrum an einen günstigeren Standort in Deutschland verlagert und die Produktion für Banknotensicherheits-Systeme von München nach Louisenthal am Tegernsee verlegt werden, teilte Giesecke & Devrient in der Nacht zum Freitag mit. Zudem solle die Verwaltung verschlankt werden.

Scharfer Wettbewerb, Überkapazitäten im Markt und Preisdruck zwängen das Unternehmen, die Kosten zu senken. Bis Ende 2016 sollten mindestens 100 Millionen Euro eingespart werden. Im Ausland würden weitere 300 Arbeitsplätze abgebaut. Die Gewerkschaft Verdi reagierte empört. "Wir sehen es als unsoziales Verhalten, eine derartige einschneidende Maßnahme zu beschließen und kurz vor Weihnachten den Betroffenen auf den Gabentisch zu legen", sagte Karl-Heinz Kaschel-Arnold. Auch der Betriebsrat sei völlig überrascht worden. Die Geschäftsleitung habe ihre Informations- und Beratungspflicht grob verletzt. "Wir sind in Gesprächen mit den Betroffenen und beraten über die nächsten Schritte und unsere Forderungen", sagte Kaschel-Arnold weiter. Man werde von der G & D-Eigentümerfamilie verlangen, "dass sie eine Entschädigung leistet für die Familien, die ihren Reichtum geschaffen haben und jetzt von Arbeitsplatzverlust betroffen sind".

Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) erklärte am Freitag, G & D-Chef Walter Schlebusch habe sie persönlich über die Pläne informiert. "Ich bedauere diese Entscheidung persönlich sehr. Auch wenn die Gründe unternehmerisch gerechtfertigt sein mögen, so stellt es für die betroffenen Mitarbeiter und ihre Familien einen schweren Schicksalsschlag dar." Sie habe deshalb darauf gedrungen, die Maßnahmen so sozialverträglich wie möglich umzusetzen.
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