Bayerische Wirtschaft fürchtet Konjunktureintrübung - Export kühlt sich ab
Euphorie ist verflogen

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Bayern
23.10.2015
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Die bayerischen Unternehmen fürchten eine Konjunktureintrübung in den kommenden Monaten. "Der Boom bekommt Risse und könnte schneller zu Ende gehen, als wir denken", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK), Peter Driessen, am Donnerstag bei der Vorstellung der BIHK-Herbstumfrage in München. "Die Euphorie vom Frühjahr ist verflogen." Unterm Strich rechnet Driessen aber für 2016 mit einem moderaten Wachstum wie in diesem Jahr. Der Anteil der Firmen, die sich auf eine Eintrübung einstellen, blieb derweil stabil bei zehn Prozent.

Derzeit profitierten die Firmen noch von der guten Kauflaune der Verbraucher, den niedrigen Ölpreisen und Zinsen, doch sei das Pulver größtenteils verschossen. Sorgen bereite die Konjunkturabkühlung in Schwellenländern, die auf die Exporterwartungen drückt. Ein wachsender Fachkräftemangel hemme zudem die Expansionspläne.

Dass die Firmen sich trotz der noch guten Wirtschaftslage mit Investitionen zurückhalten, sieht Driessen als Indiz für eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Bayern. Dabei verwies er auch auf Verkehrsprojekte, die aus BIHK-Sicht überfällig sind, wie der Bau einer zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München und der dritten Startbahn am Münchner Flughafen.

Auch bundesweit belasten die eingetrübten Exportaussichten. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet nach seiner Konjunkturumfrage nur noch mit einem Plus von 1,3 Prozent. Das ist pessimistischer als die Bundesregierung.
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