Bayern hat wenigste Schuldner

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Bayern
11.11.2015
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In Bayern leben im bundesweiten Vergleich die wenigsten überschuldeten Menschen. Auch ein Oberpfälzer Kreis gehört zu den Gegenden mit der geringsten Pro-Kopf-Verschuldung. Doch der heute veröffentlichte "Schuldneratlas 2015" zeigt auch bedenkliche Entwicklungen auf.

(epd/tos) Rund 7,12 Prozent der Bayern seien Schuldner, teilte der Verband Creditreform am Dienstag in Düsseldorf bei der Vorstellung der Studie mit. Auch die Oberpfälzer Landkreise schneiden im Ranking gut ab, insbesondere Neumarkt. Mit 5,23 Prozent liegt die Stadt auf Platz acht der Kreise und kreisfreien Städte mit den geringsten Schuldnerquoten.

Städter mehr verschuldet

Auch die übrigen Landkreise der Region - Tirschenreuth (Platz 18, 5,69 Prozent), Regensburg (Platz 21, 5,79 Prozent), Amberg-Sulzbach (Platz 23, 5,86 Prozent), Neustadt/WN (Platz 30, 5,98 Prozent) und Schwandorf (Platz 70, 6,93 Prozent) - sind unter den 402 erfassten Kreisen gut platziert. Am höchsten ist der Anteil der Schuldner in der Oberpfalz in den kreisfreien Städten Weiden (11,8 Prozent), Regensburg (9,91) und Amberg (9,43). Bundesweit sei trotz guter Konjunktur fast jeder Zehnte überschuldet, heißt es in der jährlichen Studie weiter. Derzeit hätten 6,7 Millionen Menschen über 18 Jahre nachhaltige Zahlungsstörungen. Das seien 44 000 Menschen mehr als im Vorjahr. Deutliche Unterschiede gibt es weiterhin zwischen den Bundesländern. Am geringsten ist der Prozentsatz der Schuldner der Untersuchung zufolge nach Bayern in Baden-Württemberg (8,09 Prozent), am höchsten in den Stadtstaaten Berlin (12,99 Prozent) und Bremen (14,08 Prozent). Auch in diesem Jahr seien die östlichen Bundesländer (10,26 Prozent, rund 1,1 Millionen Menschen) prozentual mehr von Schulden betroffen als die westlichen (9,86 Prozent, rund 5,62 Millionen Menschen).

Immer mehr Senioren

Besonders stark sei der Zuwachs bei den Senioren, so die Experten. So habe die Zahl der Schuldner in einem Alter ab 70 Jahren zwischen 2013 und 2015 um mehr als 35 Prozent auf rund 150 000 zugenommen. Bei den 60- bis 69-Jährigen liege das Plus bei 12,4 Prozent.

Gründe für die Überschuldung der Bundesbürger sind neben Arbeitslosigkeit und Trennung oder Tod des Lebenspartners aktuell besonders die Folgen einer Erkrankung, einer Sucht oder eines Unfalls. Zunehmend sei auch eine unwirtschaftliche Haushaltsführung die Ursache, heißt es in der Studie.
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