Bayern-LB verliert Milliarden

Die Bayern-LB lässt damit die Altlasten aus der Finanzmarktkrise weitgehend hinter sich.
Wirtschaft BY
Bayern
26.03.2015
9
0

Bei der Bayern-LB haben Altlasten im Ausland die Fortschritte im Kerngeschäft erneut zunichte gemacht. Dazu trug auch der Streit um die einstige Tochter Hypo Alpe Adria bei. Ausgestanden ist er nicht.

(jum/dpa) Wegen der fast vollständigen Bereinigung ihrer Altlasten ist die Bayerische Landesbank 2014 tief in die roten Zahlen gerutscht. Die Jahresbilanz weist einen Verlust von 1,32 Milliarden Euro aus. Im neuen Kerngeschäft als Mittelstandsbank und Sparkassen-Partner weist die Bayern-LB ein Vorsteuerergebnis von 669 Millionen Euro aus (plus 41 Prozent). Auch konnte die Bank 1,8 Milliarden an Rettungshilfen an den Freistaat zurückzahlen.

"Wir haben damit eine gute Ausgangsbasis, um uns in den kommenden Jahren zu einer nachhaltig stabilen und profitablen Kundenbank zu entwickeln", erklärte Vorstandschef Johannes-Jörg Riegler auf der Bilanzpressekonferenz in München.

Für die Bayern-LB stand 2014 noch einmal im Zeichen von Altlasten. So belastete der Verkauf der ungarischen Tochter MKB die Bilanz mit gut einer Milliarde Euro. Einen positiven Ergebniseffekt in Höhe von 564 Millionen Euro hatte dagegen die Veräußerung des risikobehafteten ABS-Portfolios mit US-Immobilienpapieren. Der dafür vom Freistaat zur Verfügung gestellte "Rettungsschirm" konnte eingeklappt werden.

HGAA-Streit geht weiter

Noch nicht ganz ausgestanden ist dagegen der Streit um die noch bei der früheren österreichischen Tochter HGAA (heute Heta) liegenden 2,4 Milliarden Euro. Die Bayern-LB stockte dafür ihre Risikovorsorge um über eine Milliarde Euro auf. "Die Bayern-LB lässt damit die Altlasten aus der Finanzmarktkrise weitgehend hinter sich", erklärte Riegler. Dies sei ein "bedeutender Meilenstein", die Bank könne den Blick nun vorne richten. Für ganz ausgestanden hielt Riegler das Österreich-Abenteuer aber noch nicht.

"Wir haben zwar ordentlich vorgesorgt, können aber nicht ausschließen, dass da noch etwas nachkommt", so Riegler. Das liege an der "gesetzgeberischen Kreativität Österreichs". Dass die Republik versuche, sich mit einem Sondergesetz ihren Zahlungsverpflichtungen zu entledigen, sei aus Sicht der Bayern-LB "in jeder Hinsicht inakzeptabel und rechtswidrig".

Für das laufende Jahr rechnete der Vorstandschef im Kerngeschäft wieder ein Ergebnis auf dem "guten Niveau von 2015". Außer den vor Gericht zu klärenden offenen Fragen mit der Heta gebe es keine Altlasten mehr. Das Mittelstands- und Immobiliengeschäft laufe gut, die Direktbank-Tochter DKB entwickle sich weiter positiv und das 2013 gestartete Kostensenkungsprogramm mit dem Abbau von 440 Vollzeitstellen komme gut voran. Wie geplant werde man heuer weitere 430 Millionen Euro alter Finanzhilfen an den Freistaat zurückzahlen, so Riegler.

Banken: Appell an Regierung

In einem Brandbrief an das deutsche Finanzministerium forderten derweil die großen Bankenverbände im Streit mit dem Nachbarland Hilfe von der Bundesregierung. Vor gut drei Wochen hatte das Finanzministerium in Wien die Abwicklungsanstalt der Kärntner Hypo Alpe Adria stillgelegt und damit den Finanzplatz Deutschland geschockt. Die Schuldenzahlungen an die Gläubiger - insgesamt wohl mehrere Milliarden Euro - wurden auf Eis gelegt.
Weitere Beiträge zu den Themen: München (6405)Sparkasse (9729)März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.