Bei Bayern-LB Ende der Bescheidenheit

Der Vorstandsvorsitzende der Bayern-LB, Johannes-Jörg Riegler, kann sich über eine Gehaltserhöhung freuen. Archivbild: dpa
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Bayern
17.11.2015
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Für die Vorstände der Bayern-LB geht die Zeit der Bescheidenheit zu Ende: Nach einer jahrelangen Deckelung ihrer Gehälter auf 500 000 Euro steht ihnen dieses Jahr eine üppige Lohnerhöhung ins Haus.

Die Vorstände der Bayern-LB können sich in diesem Jahr auf eine kräftige Gehaltserhöhung freuen: Als staatlich gerettetes Geldinstitut durfte die Landesbank den Top-Managern jahrelang nur 500 000 Euro pro Jahr zahlen. Nach Fortschritten bei der Rückzahlung staatlicher Milliardenhilfen gestattete der Aufsichtsrat dem sechsköpfigen Führungsteam für dieses Jahr eine Viertelmillion mehr: Als neue Obergrenze legte er mit Erlaubnis der EU-Kommission 750 000 Euro pro Jahr fest. Die Anhebung sei "vertretbar und angemessen", sagte Aufsichtsratschef Gerd Häusler.

"Am unteren Ende"

Zumindest für Vorstandschef Johannes-Jörg Riegler wird die Summe wohl auch ausgeschöpft. Die fünf weiteren Vorstände dürften sich mit etwas weniger begnügen müssen. Auch die Commerzbank hatte die Deckelung der Vorstandsbezüge auf 500 000 Euro bereits vor Jahren abgeschafft. Denn im Vergleich zu den Spitzengehältern bei anderen Banken ist eine halbe Million Euro für einen Top-Banker wenig. "Die seit dem Jahr 2009 gültige bisherige Vergütung lag am unteren Ende vergleichbarer Vorstandsgehälter bei Kreditinstituten", begründete Häusler die Erhöhung. Er stand selbst jahrelang an der Spitze der Landesbank und hatte keinen Hehl daraus gemacht, dass er sich mit seinem Salär als "Discount-Vorstand" fühlte. Als er vor zwei Jahren seinen Abschied von der Spitze der Landesbank ankündigte, erschwerte die Deckelung auch die Suche nach einem Nachfolger: Häusler musste für mehrere Monate verlängern, weil sich auf die Schnelle kein Neuer für den Chefsessel fand.

Inzwischen geht die Zeit der Bescheidenheit bei der Bayern-LB aber langsam zu Ende: Nach einem jahrelangen Schrumpfkurs mit dem Abbau Tausender Arbeitsplätze weitet die Landesbank ihr Geschäft wieder aus: Erst vor wenigen Wochen eröffnete sie eine Zweigstelle im Nachbarland Baden-Württemberg, um an den starken Mittelstand im Südwesten heranzurücken. Auch in Frankfurt, Hamburg und Berlin geht sie mit neuen Filialen auf Kundenfang.

Das Auslandsgeschäft hat die Landesbank hingegen nach dem Desaster mit der österreichischen Skandalbank Hypo Alpe Adria (HGAA) und der ungarischen MKB weitgehend eingedampft. Nur noch in New York, London, Paris und Mailand ist sie vertreten, um ihre deutschen Firmen- und Immobilienkunden vor Ort zu betreuen. Das operative Geschäft kann sich wieder sehen lassen: Im ersten Halbjahr verdoppelte die Bank ihren Gewinn - und auch die Zahlen für das dritte Quartal, die an diesem Donnerstag vorgestellt werden, sollen keine Enttäuschung sein.

Rückzahlung bis 2019

Unter das Kapitel HGAA zog die Bayern-LB nach jahrelangen Streitigkeiten mit Österreich vor wenigen Tagen einen Schlussstrich: Der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) unterzeichnete zusammen mit seinem österreichischen Amtskollegen Hans Jörg Schelling einen Vergleich über die Zahlung von 1,23 Milliarden Euro von Österreich an Bayern. Das Geld dürfte auch dabei helfen, die restlichen Rückzahlungen der Bayern-LB an den Freistaat Bayern zu leisten: Von ursprünglich fünf Milliarden Euro ist mehr als die Hälfte bereits geschafft. Spätestens 2019 muss auch der Rest überwiesen werden, damit das EU-Beihilfeverfahren abgeschlossen ist. Danach darf die Landesbank ihren Vorständen auch wieder soviel Geld zahlen, wie sie will: Der frühere Vorstandschef Werner Schmidt kassierte 2007 laut Geschäftsbericht 1,5 Millionen Euro.
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