Bürger stocksauer auf Sparkasse und Landrat

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Bayern
31.10.2016
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Die Mehlmeiseler sind aufgebracht. Die Sparkasse dreht ihnen den Geldhahn ab. Grund genug für eine spontane Demo.

Mehlmeisel. Angeführt vom stellvertretenden Vorsitzenden der Vereinsvorstände und Chef des Fichtelgebirgsvereins, Edwin Prechtl, machten wütende Bürger am Samstagvormittag vor der Sparkasse ihrem Ärger Luft, "um vielleicht doch noch etwas bewegen oder aufhalten zu können". Unter ihnen war auch der Vorsitzende der Vereinsvorstände Günther Daubner: "Das ganze Jahr über geben wir unser Geld der Sparkasse, dann lassen sie uns einfach sitzen", schimpfte er. nach Kräften unterstützt von seinem Stellvertreter.

Beide werden in der Sitzung der Vereinsvorstände Mitte November den Organisationen einen Wechsel zu einem anderen Geldinstitut nahelegen. "Die 25 Mehlmeiseler Vereine haben in der Gemeinde ein hohes Ansehen, engagieren sich in allen Bereichen und prägen das kulturelle Geschehen", betonten Daubner und Prechtl die Wichtigkeit dieser Gruppen und Verbände, überzeugt davon, dass sie geschlossen ein deutliches Zeichen setzen werden. Der Abzug des Kassenautomaten würde Horst Girok und weitere auf den Rollator oder Rollstuhl angewiesene Bürger besonders hart treffen - ebenso auch Ältere und alle, die keinen Führerschein haben.

Horst Girok: "Ich muss mit dem Bus zum nächsten Automaten nach Fichtelberg fahren, was mich 3,60 Euro kostet, habe dort mindestens eine Stunde Wartezeit bis zur Rückfahrt und muss - weil die nähere Haltestelle wegen der Brückenrenovierung gesperrt ist - mit meinem Rollator vom Busbahnhof zur Sparkasse laufen".

Auch Autofahrer haben Probleme, denn die Parkmöglichkeiten sind an der Sparkasse in Fichtelberg - anders als in Mehlmeisel - sehr begrenzt", setzten die Versammelten hinzu. Auch in Anton Schenkl brodelt es: "Mit der Sparkasse fängt das jetzt an, dann kommt die Schule", befürchtet er. Und Maria Schreyer wundert sich, dass andernorts oftmals an jeder Ecke ein Kassenautomat steht, auch in Baumärkten - und Mehlmeisel so vernachlässigt werde.

"Wir werden eben immer an die dritte Stelle gesetzt", ärgert sich Therese Schenkl. "Schwer enttäuscht" sind die Bürger von Landrat Hermann Hübner, "der unsere Gemeinde im Stich gelassen und dafür gestimmt hat, dass die Mehlmeiseler Filiale aufgelöst wird".
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