Burger King kündigt Verträge für 89 Filialen

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Bayern
20.11.2014
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Burger King hat endgültig genug von seinem größten deutschen Lizenznehmer und kündigt die Verträge für bundesweit etwa jede siebte Filiale. Tausende Beschäftigte der Fastfood-Kette bangen nun um ihre Jobs.

Nach dem Wirbel um Hygieneverstöße und schlechte Arbeitsbedingungen greift die Fastfood-Kette Burger King durch: Der größte deutsche Lizenznehmer Yi-Ko Holding müsse den Betrieb in all seinen 89 Burger-King-Restaurants einstellen, die Verträge würden mit sofortiger Wirkung gekündigt, teilte Burger King Europe am Mittwoch in München mit. Der Schritt betrifft etwa jede siebte deutsche Filiale des US-Unternehmens und damit insgesamt rund 3000 Beschäftigte. In der Oberpfalz betreibt die Holding kein Burger-King-Restaurant.

Für Klarheit sorgen

Mit der Kündigung müssen die Restaurants umfirmieren, sie werden künftig nicht mehr von Burger King beliefert. Komme der Franchise-Nehmer den Forderungen nicht nach, werde man gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen, sagte eine Burger-King-Sprecherin. Guido Zeitler, Referatsleiter für das Gastgewerbe bei der Gewerkschaft NGG sagte: "Wir brauchen ganz schnell Klarheit, wie es mit den einzelnen Restaurants weitergeht, damit die Beschäftigten die Klarheit haben, bei wem sie morgen, übermorgen und überübermorgen noch arbeiten." Es sei zwar denkbar, dass eine neue Kette gegründet werde - aber das sei nicht von heute auf morgen machbar. Zugleich liefen Kosten wie Pachten und Gehälter weiter.

Burger King erklärte, die Entscheidung sei getroffen worden, "nachdem sich die Yi-Ko wiederholt nicht an die vertraglich vereinbarten Arbeitsbedingungen für ihre 3000 Restaurant-Mitarbeiter gehalten hat". Vor einiger Zeit hatte RTL über Missstände bei dem Lizenznehmer berichtet. Mehrere Filialen wurden daraufhin zeitweise geschlossen.

Einer der Gesellschafter des Franchise-Nehmers zog sich laut Burger King aus der Geschäftsführung zurück. In der Mitteilung hieß es nun, "trotz anfänglicher Erfolge" habe man feststellen müssen, dass Yi-Ko erneut gegen Vereinbarungen verstoßen habe. So habe der besagte Gesellschafter "fortwährend Einfluss auf das Tagesgeschäft" genommen. Zudem sei gegen Arbeitsverträge verstoßen worden, und Schichten in den Restaurants seien unterbesetzt gewesen. "Die Kündigung stellt für uns nur den letzten Schritt dar", erklärte Burger-King-Manager Andreas Bork. Die übrigen 599 Restaurants der Kette in Deutschland sollten ihren Betrieb "wie gewohnt" fortsetzen.

Insolvenz droht

Der Interims-Geschäftsführer von Yi-Ko, Dieter Stummel kündigt an, die Restaurants sollen weiter geöffnet bleiben, solange Ware vorhanden sei. Das "Handelsblatt" zitierte Stummel mit den Worten, er wolle mit einer einstweiligen Verfügung vor Gericht erreichen, dass die Restaurants vorerst weitermachen können. Die Kündigung sei überraschend erfolgt. Eine schwerwiegende Vertragsverletzung liegt nach Stummels Überzeugung nicht vor. Sollten die Filialen nicht mehr öffnen können, wäre die Insolvenz des Unternehmens die Folge.
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