Debatte um schnellen Wechsel
Krones: Früherer Vorstandschef Kronseder nun Vorsitzender des Aufsichtsrates

Christoph Klenk ist seit Januar Krones-Chef. Bild: gib
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Bayern
16.06.2016
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Neutraubling. Die Krones AG hat ihren Umsatz 2015 um 7,5 Prozent auf 3,17 Milliarden Euro gesteigert. Für Diskussionen sorgte bei der Aktionärs-Hauptversammlung am Mittwoch in Neutraubling (Kreis Regensburg) der zeitnahe Wechsel des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Volker Kronseder an die Spitze des Aufsichtsrats.

Krones blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Das Ergebnis vor Steuern kletterte 2015 um 16 Prozent auf rund 223 Millionen Euro. Den Aktionären bescherte das Geschäftsjahr eine Dividende von 1,45 Euro pro Aktie. Als wichtigste Wachstumsregionen bezeichnete Christoph Klenk, Finanzvorstand und seit Anfang des Jahres neuer Vorstandsvorsitzender, Afrika, den Mittleren Osten, Asien und den pazifischen Raum sowie China.

Verschiedene Verpackungen


In Schwellen- und Entwicklungsländern nehme mit steigenden Einkommen auch die Nachfrage nach abgepackten Getränken zu. In Europa und Nordamerika profitiere Krones davon, dass Getränkehersteller ihre Produkte in immer unterschiedlicheren Verpackungsarten anbieten. Michael Andersen, neuer Finanzvorstand, erklärte, der Konzern sei gut in das Jahr 2016 gestartet. Der Auftragseingang legte in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Prozent auf 822 Millionen Euro zu. Etwas verhaltener fiel der Ausblick auf das restliche Jahr von Krones-Chef Klenk aus.

Die Auftragsentwicklung der vergangenen beiden Monate habe wegen Unsicherheiten an den Märkten etwas an Dynamik verloren. Aktuell spüre Krones allerdings wieder eine deutlich höhere Order-Aktivität der Kunden.

Mehr Mitarbeiter


Mit 13 346 Mitarbeitern beschäftigte Krones Ende 2015 weltweit 722 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr. Klenk kündigte an, die Mitarbeiterzahl sowohl im Aus- als auch im Inland weiter zu steigern.

Gesprächsbedarf gab es vor der Wahl von Volker Kronseder zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden als Nachfolger des scheidenden Ernst Baumann. Kronseder war bis Ende 2015 Vorstandschef. Aktionärsvertreter monierten, dass laut Aktiengesetz ein direkter Übergang vom Vorstandsvorsitz in den Aufsichtsrat nur in Ausnahmefällen möglich ist. Der Aufsichtsrat begründete den Wechsel ohne die übliche zweijährige "Cooling-off-Periode" damit, dass eine Gefahr von Interessenskonflikten nicht ersichtlich sei und die Wahl Kronseders zum Aufsichtsratsvorsitzenden im Gesellschaftsinteresse liege. Kronseder wurde mit großer Mehrheit in den Aufsichtsrat und anschließend einstimmig vom Aufsichtsrat zu dessen Vorsitzenden gewählt.
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