Die Landesbank zahlt

Wirtschaft BY
Bayern
31.10.2014
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In der Finanzkrise hatten faule Hypothekenpapiere die Bayern-LB ins Taumeln gebracht. Jetzt ist die Landesbank diese Altlast los - mit Verlust zwar, aber das verschafft ihr wieder Luft für eine letzte große Baustelle.

Die Bayern-LB kommt durch den Verkauf ihres Milliarden-Portfolios fauler Hypothekenpapiere bei ihren Aufräumarbeiten voran. Damit könnten vorzeitig rund 1,1 Milliarden Euro an den Freistaat Bayern zurückgezahlt werden. Das teilte die Bank am Donnerstag in München mit.

Die Summe umfasst die letzte Rate aus der Garantievereinbarung mit dem Freistaat in Höhe von rund 1,03 Milliarden Euro sowie 80 Millionen an Garantieprämie für das laufende Jahr. Beim Verkauf des Portfolios habe man das "optimale Marktumfeld" genutzt, sagte Bayern-LB-Chef Johannes-Jörg Riegler. Insgesamt summieren sich die Beihilfe-rückzahlungen der Bank an den Freistaat damit auf rund 2 Milliarden Euro.

Spritze vom Freistaat

Das Milliarden-Engagement mit US-Hypothekenpapieren und der Fehlkauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) hatten der Bayern-LB Milliardenverluste eingebrockt. Vor Jahren musste die Landesbank deshalb vom Freistaat mit einer Eigenkapitalspritze und Milliarden-Garantien gestützt werden.

In den Hypothekenpapieren waren Eigenheimkredite gebündelt. Die Idee der Investoren war, mit den Kreditraten und der Wertsteigerung der Häuser Profit zu machen. Doch die Blase am US-Immobilienmarkt platzte ab 2007. Viele Hausbesitzer konnten ihre Raten nicht mehr zahlen, die Häuserpreise purzelten, und in der Folge schrumpfte der Wert der Hypothekenpapiere. Zum Kaufpreis für die Papiere, die an internationale Investoren gingen, wurde Stillschweigen vereinbart. Dem Vernehmen nach belief er sich aber auf gut 5 Milliarden Euro. Zuletzt standen die Papiere noch mit 6,5 Milliarden Euro in den Büchern, damit ergäbe sich ein Verlust von rund einer Milliarde Euro beim Verkauf. Riegler wollte sich zu den Auswirkungen des Geschäfts auf den Jahresabschluss der Bank nicht äußern - es sei zu früh.

Klage in Wien eingereicht

Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) sieht in dem Geschäft einen Befreiungsschlag. An den gewährten Garantien in Höhe von 4,8 Milliarden Euro habe der Freistaat sogar 1,3 Milliarden Euro verdient. Die Bayern-LB habe sich Luft verschafft, um für die Probleme mit der HGAA Lösungen zu finden. Erst kürzlich hatte die Bayern-LB eine Verfassungsklage gegen das geplante österreichische Sondergesetz für die Abwicklung der HGAA eingereicht, das Bayern massiv belasten würde.
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