Digitalisierung schiebt Chipkonzern an - Zukunftsmarkt Haushaltsgeräte
Infineon mit Gewinnsprung

Die Digitalisierung sorgt für florierende Geschäfte bei Infineon. Die Anleger versetzt das in Hochstimmung. Bild: dpa
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Bayern
27.11.2015
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Der Chipkonzern Infineon profitiert von der Digitalisierung und verwöhnt seine Anleger mit guten Zahlen und Aussichten: Im Schlussquartal des vergangenen Geschäftsjahres (30. September) konnte Konzernchef Reinhard Ploss einen Gewinnsprung vorweisen. Trotz einer Flaute auf dem chinesischen Markt stieg der Umsatz leicht an.

Für das neue Geschäftsjahr zeigte sich Ploss am Donnerstag auch dank der gut laufenden Integration von Zukäufen optimistisch. Chips für Laptops und Smartphones machten die Delle im Geschäft mit der Autoindustrie weiter wett. Der Kurs der Infineon-Aktie schnellte kräftig in die Höhe. Die in Autos verbauten Halbleiter machten das Fahren sicherer und bequemer - etwa durch Fußgängererkennung, Abstandswarnung oder den Totwinkel-Assistenten. "Infineon ist im Kern des Autos", sagte Ploss. Der Wert verbauter Halbleiter liege bei einem normalen Pkw bei rund 340 Dollar, sagte der für das Tagesgeschäft zuständige Arunjai Mittal. Bei Hybrid- und anderen Zukunftswagen ist er laut Ploss mehr als doppelt so hoch.

Als weiteren Zukunftsmarkt nannte der Infineon-Chef Haushaltsgeräte wie Kühlschränke und Waschmaschinen. Ein "Inverter" (Umkehrer) etwa könne die Leistung des Kühlschrankmotors auf den aktuellen Bedarf anpassen. So würde weniger Strom verbraucht. Die Autobranche ist der größte Kunde von Infineon. Derzeit hält sie sich mit Bestellungen für Chips wegen der Schwäche auf dem wichtigen chinesischen Markt aber zurück. Im vierten Geschäftsquartal von Juli bis September bremste das zwar die Umsatzentwicklung.

Weil das Geschäft mit elektronischen Bauteilen für Smartphones und Laptops vor dem anstehenden Weihnachtsgeschäft aber gut lief, zog der Erlös im Vergleich mit dem Vorquartal dennoch um 1 Prozent auf 1,60 Milliarden Euro an. Unter dem Strich verdreifachte sich der Gewinn nahezu auf 325 Millionen Euro, auch wegen eines Steuerertrags von 131 Millionen Euro. Die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr soll laut Konzernführung um 2 Cent auf 0,20 Euro je Aktie steigen.
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