Ein bisschen skeptischer

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Bayern
23.05.2015
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Der Stimmungsaufschwung der deutschen Wirtschaft legt eine Verschnaufpause ein. Im Mai machte der Ifo-Index einen kleinen Schritt zurück, weil die Unternehmen etwas skeptischer auf die kommenden Monate blicken. Doch die Lage ist besser als die Stimmung.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich erstmals seit Monaten geringfügig verschlechtert. Der Ifo-Index ging im Mai von 108,6 auf 108,5 Punkte zurück. Zwar bewerteten die befragten Firmen ihre aktuelle Lage erneut besser, jedoch sind die Unternehmen mit Blick auf die kommenden Monate etwas skeptischer als noch im April. In der Summe ging deswegen der gesamte Index leicht zurück. An der insgesamt guten Stimmung ändert das aber zunächst nichts. "Die deutsche Wirtschaft bleibt auf Kurs", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Freitag in München. Seit Oktober 2014 ging es mit dem Index nach oben, unterbrochen nur von einer Pause zu Jahresbeginn. Der niedrige Ölpreis und der schwache Euro beflügelten vor allem die Exportindustrie. Doch je nach Branche gibt es auch Gegenwind. "Eine Konsolidierung der Erwartungen war überfällig, denn das Geschäftsklima hatte sich in den Monaten zuvor stärker verbessert als es die harten Daten rechtfertigen", erklärte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. So seien etwa die Auftragseingänge im ersten Quartal um 1,6 Prozent zurückgegangen.

Der Ifo-Index gilt als wichtigstes Frühwarninstrument für die Entwicklung der Konjunktur in Deutschland. Er wird monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Einzel- und Großhandel sowie aus der Bauwirtschaft ermittelt und spiegelt die Lage und Erwartungen der Firmen wider.

Im ersten Quartal war die deutsche Wirtschaft - gebremst vom schwächelnden Welthandel - nur noch verhalten gewachsen. Nach dem starken Jahresende 2014 (plus 0,7 Prozent) sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal nur noch um 0,3 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit und bestätigte damit seine ersten Berechnungen.

Exporte gesteigert

Die bayerische Wirtschaft hat trotz massiver Einbußen in Russland im ersten Quartal deutlich mehr Waren ins Ausland geliefert als im Vorjahreszeitraum. Vor allem durch ein kräftiges Plus im März hätten die Exporte im ersten Jahresviertel um gut fünf Prozent zugelegt, teilte das Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung am Freitag in Fürth mit.
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