Eine digitale Revolution vollzieht sich in den Bibliotheken der Universitäten.
"Unendlicher Wissensraum"

Seine Wurzeln liegen in Weiden: Dr. Markus Zanner (48) leitet als Kanzler die Verwaltung der Universität Bayreuth.
Wirtschaft BY
Bayern
11.02.2016
380
0
 
Der Scanner ersetzt inzwischen weitgehend das Kopiergerät.

Eine digitale Revolution vollzieht sich in den Bibliotheken der Universitäten. Die Uni-Bibliotheken wandeln sich zu multimedialen Datenspeichern. Die Uni Bayreuth, wo mehr als 1000 junge Leute aus der Oberpfalz studieren, unterhält inzwischen eine halbe Million E-Books.

Bayreuth. "Die Digitalisierung bewirkt einen im Prinzip unendlichen Wissensraum", sagt der Direktor der Universitätsbibliothek Bayreuth, Ralf Brugbauer. Die rasante Entwicklung erfasst auch die weltweiten Abonnements von Fachzeitschriften, von denen 35 000 Titel den Weg als E-Paper ins oberfränkische Bayreuth finden. Brugbauer: "Der Wechsel von Print zu Digital ist massiv." Längst sind die Universitäten weltweit vernetzt, die digitalen Fern-Ausleihungen gehören zur Routine im studentischen Leben. Anfang vergangenen Jahres erfolgte ein weiterer Quantensprung: Der "Bayreuther Katalog" - online-Bestandsdaten der Bibliothek - wurde um mehr als 800 Millionen Einträge aus Artikeln von E-Journals und Kapiteln aus E-Books erweitert. "Sie sind nun alle über eine gemeinsame Rechner-Oberfläche auffindbar", betont Brugbauer.

Eine exotische Ausnahme bilden mittlerweile Professoren, die bei Vorlesungen die Inhalte noch mit Kreide an die Tafel schreiben. "Seit Jahren können unsere Studierenden über E-Learning das Wissenswerte aus den Vorlesungen runterladen", berichtet Dr. Markus Zanner, Kanzler der Uni Bayreuth mit ihren 13 000 Studenten und 2000 Mitarbeitern.

Der gebürtige Weidener (Abitur 1986 am Augustinus-Gymnasium) sorgt als Verwaltungschef für die funktionierende Infrastruktur und Finanzausstattung. So fließen jährlich Millionen Euro in neue Hardware und in die Sicherheit. Quasi Standard sind Simulations-Rechner, mit denen Wissenschaftler komplizierte Berechnungen für neue Materialien erstellen. Dieses "High-Performance-Computing" wird ergänzt durch einen eigenen Masterstudiengang für Computerspiele. "Er durchleuchtet wissenschaftlich Spiele-Systeme", erklärt Zanner. Der neue Studiengang als "Schnittstelle von Medien-, Geisteswissenschaften, Informatik" werde im Lauf des Jahres eingerichtet.

"Campus online"


Ein brennendes Thema ist die Sicherheit im Internet: Sowohl bei den Studenten als auch bei der Uni-Verwaltung. Zwei Hacking-Seminare - wie leicht persönliche Daten abzugreifen sind - fanden mit jeweils 600 Teilnehmern eine enorme Resonanz. Eine Firewall schützt den zentralen Uni-Server, die Verwaltung ist zusätzlich gesichert. "Das Problem sind Tausende Fremdgeräte an unserer Uni. Wenn sich ein Student mit seinem vielleicht Schadstoff-infizierten Smartphone oder Tablett einklickt, könnte dies zu Problemen führen", meint Kanzler Zanner. Noch effizienteren Verwaltungsprozessen dient das Programm "Campus online", beispielsweise mit einer eigenen Campus-App für die Absage bzw. Verlegung von Vorlesungen und Veranstaltungen oder Ausdrucken von Zensuren und "Scheinen". Als klaren Vorteil sieht Markus Zanner die Digitalisierung bei der schnellen Bearbeitung der Einschreibungen: "Die Bewerber gehen als Studenten oft dahin, wo sie die erste Rückmeldung erhalten."

Alle Studenten und Dozenten nutzen die E-Learning-Plattform. Sie läuft super.Dr. Markus Zanner, Kanzler der Universität Bayreuth
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.