Fehlende Ermittlungsakten: Nächster Prozesstag abgesagt
Prozess gegen Top-Banker stockt

Wirtschaft BY
Bayern
06.05.2015
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Der Strafprozess gegen Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen und Co. ist bereits am zweiten Verhandlungstag ins Stocken geraten. Nach hitzigen Wortgefechten zwischen Verteidigern und Staatsanwaltschaft über die Ermittlungsarbeit der Anklagebehörde hob Richter Peter Noll den Termin am kommenden Dienstag auf. Der Prozess soll erst am 18. Mai fortgesetzt werden.

Unwahrheit gesagt

Möglicherweise werde das Verfahren nun länger dauern als bis zum geplanten 22. September. Fitschen, seine Vorgänger Rolf Breuer und Josef Ackermann, sowie zwei weitere Ex-Manager der Deutschen Bank stehen seit Dienstag vergangener Woche in München vor Gericht, weil sie vor vier Jahren in einem Prozess um Schadenersatzforderungen für die Pleite des Medienkonzerns Kirch nicht die Wahrheit gesagt haben sollen. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe zurückgewiesen.

Am zweiten Verhandlungstag sollten sie eigentlich Gelegenheit haben, sich zu der Anklage zu äußern. Ihre Verteidiger kündigten aber an, dass dies nicht möglich sei, da die Staatsanwaltschaft noch nicht alle Ermittlungsergebnisse auf den Tisch gelegt habe. Der Deutschen Bank warf die Staatsanwaltschaft vor, die Ermittlungsarbeiten systematisch blockiert zu haben. Die Bank habe versucht, die Herausgabe von Daten zu verhindern und zu beschränken. Die Verantwortung dafür trügen Fitschen und Ackermann.
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