Finanzinvestor Cinven übernimmt rund 72 Prozent des Labor-Betreibers - Verschmelzung mit ...
Neuer Eigentümer für Synlab

In 23 Ländern ist der Labor-Betreiber Synlab aktiv. Die Unternehmensgruppe bietet nach eigenen Angaben rund 5000 verschiedene Tests an, von der Blutuntersuchung bis zur Analyse von Tumorgewebe. Etwa 85 Prozent des Umsatzes würden mit Tests für die Humanmedizin erzielt. Bild: hfz
Wirtschaft BY
Bayern
27.06.2015
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Der Labor-Dienstleister Synlab (Augsburg) erhält einen neuen Mehrheitseigner. Laut Mitteilung vom Freitag verkaufen vom Investor BC Partners beratene Fonds ihre Anteilsmehrheit an die britische Beteiligungsgesellschaft Cinven. Der Verkauf muss noch von den Kartellbehörden abgesegnet werden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Medieninformationen zufolge wurde Synlab bei der Transaktion mit rund 1,85 Milliarden Euro bewertet. BC Partners hielt zuletzt rund 72 Prozent der Anteile. Die übrigen 28 Prozent befinden sich im Besitz ehemaliger eigenständiger Labor-Betreiber, die von Synlab übernommen worden waren. Auch Dr. Bartl Wimmer, Gründer und Vorstandschef von Synlab, hält Anteile. Cinven hat Ende Mai die französischen Labor-Betreiber Labco übernommen und will beide Unternehmen verschmelzen.

BC Partners war 2010 bei Synlab eingestiegen. Damals lag der Umsatz bei 230 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr - Synlab hatte zwischenzeitlich zahlreiche Übernahmen getätigt - waren es bereits 756 Millionen Euro. Die Mitarbeiterzahl stieg in dem Zeitraum von rund 3000 auf mehr als 7000. Synlab betreibt Labore an rund 300 Standorten in 23 Ländern. Standorte sind unter anderem Weiden (216 Mitarbeiter), Bayreuth (drei), Regensburg (40) und Nürnberg (68). Unternehmenskreisen zufolge soll der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im diesem Jahr bei rund 150 Millionen Euro liegen. "Die Synlab-Gruppe ist eine wichtige Plattform für die Konsolidierung der Labor-Branche in Europa und wird dies auch in den kommenden Jahren mit dem neuen Eigentümer bleiben", sagte Wimmer laut Mitteilung. Nach seinen Worten ist das Potenzial für weiteres Wachstum durch Fusionen und Übernahmen sowie die Erschließen neuer Märkte und Geschäftsfelder sehr groß. Als Zukunftsfelder der Branche sieht er zum Beispiel die Gendiagnostik im Rahmen der sogenannten personalisierten Medizin und die Begleitung von Pharmastudien. Cinven verfüge über eine "exzellente Reputation als Investor in der Healthcare-Branche und verfügt bereits über substanzielle Erfahrung im Diagnosesektor."
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