Fitschen und Co droht längerer Prozess

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen im Landgericht München. Bild: dpa
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Bayern
29.08.2015
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Überraschung im Prozess gegen Top-Banker der Deutschen Bank: Die Staatsanwaltschaft fordert die Vernehmung von fast 30 weiteren Zeugen, um ihre Betrugsvorwürfe gegen Fitschen, Ackermann, Breuer und Co zu beweisen.

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, muss in den nächsten Monaten voraussichtlich noch mehr Zeit auf der Anklagebank im Münchner Landgericht verbringen als bislang gedacht. Überraschend beantragte die Staatsanwaltschaft am Freitag im Strafprozess gegen Fitschen und vier ehemalige Top-Banker die Vernehmung von fast 30 weiteren Zeugen, um den Angeklagten versuchten Prozessbetrug im Fall Kirch nachzuweisen.

Murdoch und Springer

Darunter sind auch prominente Namen wie Medienunternehmer Rupert Murdoch, Springer-Chef Mathias Döpfner und Verlegerin Friede Springer. Die Verteidiger der angeklagten Banker warfen der Behörde ein Manöver nach dem Motto "rettet die Anklage" vor. Die Staatsanwaltschaft befürchte nach der bisherigen Beweisaufnahme offenbar einen Freispruch, hieß es.

Sollten die Richter den Anträgen zustimmen, würde der Prozess länger dauern als geplant. Bislang war der letzte Verhandlungstag für den 13. Oktober vorgesehen. Die Sommerpause habe der Staatsanwaltschaft Gelegenheit gegeben, den bisherigen Prozessverlauf zu analysieren, sagte Oberstaatsanwältin Christiane Serini. Als Konsequenz daraus präsentierten die Ankläger die lange Liste der neuen Zeugen.

Termine im November

Allerdings gilt es als unwahrscheinlich, dass die Richter sämtlichen Anträgen zustimmen werden. Eine Entscheidung wird an einem der nächsten Prozesstage erwartet. Richter Peter Noll bat die Beteiligten aber bereits darum, sich Gedanken über zusätzliche Verhandlungstermine im Oktober und November zu machen. Fitschen, seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie zwei weitere Ex-Banker stehen seit April wegen versuchten Prozessbetrugs vor Gericht. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft haben sie vor vier Jahren versucht, Richter des Oberlandesgerichts München zu täuschen, um Schadenersatzzahlungen der Bank an den Medienunternehmer Leo Kirch abzuwehren. Die Angeklagten bestreiten dies.
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