Flughafen- Drehkreuz München wächst
„Terror hält Trend nicht auf“

Das ist einmal Köln zusätzlich.
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Bayern
24.03.2016
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Mehr Flüge, mehr Passagiere - das Drehkreuz München wächst und erwartet dieses Jahr noch mehr Andrang, trotz Terrorangst. Jetzt wartet Flughafenchef Michael Kerkloh gespannt auf eine Entscheidung des Ministerpräsidenten Seehofer.

München. Der Flughafen München ist im vergangenen Jahr kräftig gewachsen und erwartet 2016 einen noch größeren Zuwachs. Der Freistaat Bayern, der Bund und die Stadt München als Eigentümer können sich über einen Rekordgewinn von 135 Millionen Euro nach Steuern freuen. Der Bau einer dritten Startbahn würde nicht vom Steuerzahler, sondern allein vom Flughafen bezahlt und könnte "unter günstigsten Voraussetzungen" in fünf Jahren in Betrieb gehen, sagte Kerkloh am Mittwoch.

2016: 43 Millionen Fluggäste


Die Zahl der Passagiere stieg im vergangenen Jahr um gut 3 Prozent auf 41 Millionen, das Frachtaufkommen legte um 9 Prozent zu. Am stärksten wachse der Fernverkehr mit Asien, sagte Kerkloh. Im laufenden Jahr dürfte die Passagierzahl um bis zu sechs Prozent auf rund 43 Millionen zunehmen und die Zahl der Starts und Landungen nach den vorliegenden Anmeldungen um 4 Prozent auf 395 000 steigen.

Mit dem Start des Sommerflugplans am Ostersonntag würden viele neue Ziele angeflogen, darunter Teheran, Havanna, Denver, Detroit, Riad und Beirut. Ende April werde das neue zusätzliche Abfertigungsgebäude eröffnet, das jährlich 11 Millionen Passagiere abfertigen könne: "Das ist einmal Köln zusätzlich", sagte Kerkloh. Schon heute aber gebe es "für 16 Prozent der beantragten Flüge kein passendes Zeitfenster" - "wir werden schon heute der Nachfrage nicht gerecht", sagte Kerkloh.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will seine Entscheidung für oder gegen den Bau einer dritten Startbahn im Frühjahr verkünden. Der Münchener Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) fühlt sich bislang an den ablehnenden Bürgerentscheid von 2012 gebunden. Anwohnergemeinden und Umweltverbände hatten gegen die Baugenehmigung geklagt, scheiterten aber vor Gericht.

Kerkloh sagte, das Luftverkehrs-Drehkreuz München sei ein Wirtschaftsmotor und mit über 33 000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber Bayerns. Wenn die dritte Startbahn nicht so schnell wie möglich gebaut werde, werde der Flughafen an Bedeutung verlieren, Gewinner wären ausländische Flughäfen.

Mit 1,25 Milliarden Euro Umsatz und 135 Millionen Euro Gewinn hat der Flughafen München vergangenes Jahr das beste Ergebnis seiner Unternehmensgeschichte erwirtschaftet. Die Nachbargemeinden erhielten 35 Millionen Euro Gewerbesteuer - 7 Millionen mehr als im Vorjahr.

Wachstum kaum gebremst


Von den Brüsseler Terroranschlägen erwartet Kerkloh keine Auswirkungen auf das Wachstum des Flugverkehrs. Vielleicht gebe es eine kleine Delle, aber den globalen Trend werde es nicht aufhalten, sagte Kerkloh. Auch nach den Anschlägen in den USA 2001 habe es bei den Passagierzahlen "nur eine Delle gegeben, die am Ende des Tages überkompensiert worden ist", sagte Flughafen-Infrastrukturchef Thomas Weyer. Kritisch äußerte er sich über "reflexartige Äußerungen" über zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen.

"Alles, was wir schnell tun können, läuft bereits", sagte Weyer. Bundes- und Landespolizei hätten ihre Streifen und Zufallskontrollen verstärkt. Über Schritte wie etwa Zugangskontrollen für alle Besucher des Flughafens müsse mit tatsächlichen Experten beraten und abgewogen werden, "was wirklich sinnvoll ist". Kosten oder ein Passagierrückgang dürften dabei kein Argument sein. Das Sicherheitsrisiko könnte am Ende jedoch vielleicht nur verlagert werden, sagte Kerkloh. Die Kontrollen auf Flughäfen seien heute schon viel schärfer als etwa in Bahnhöfen.
Das ist einmal Köln zusätzlich.Flughafenchef Michael Kerkloh über das weitere Abfertigungsgebäude, das jährlich 11 Millionen Passagiere abfertigen kann.
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