"Frühlingshafter Arbeitsmarkt"

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Bayern
02.12.2015
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Frühling im Herbst auf dem Arbeitsmarkt im Freistaat: Die Zahl der Jobsucher steigt zwar etwas an, doch die Regionaldirektion schätzt den Arbeitsmarkt noch immer als "gesund und aufnahmefähig" ein. Im nächsten Jahr werde die Zahl der Erwerbslosen jedoch steigen.

Der bayerische Arbeitsmarkt zeigt sich weiter in guter Verfassung: Die Zahl der Menschen ohne Job stieg im November im Freistaat zwar leicht auf etwa 233 700. Das waren etwa 1460 Erwerbslose mehr als im Oktober, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies jedoch einen Rückgang um etwa 8300. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 3,3 Prozent. Und bei der Beschäftigtenzahl wurde erneut ein Höchststand erreicht.

Der Chef der Regionaldirektion, Markus Schmitz, sagte daher: "Der bayerische Arbeitsmarkt zeigt sich auch im November gesund und aufnahmefähig, ja fast frühlingshaft." Dies seien gute Voraussetzungen, um Arbeitssuchenden echte Perspektiven auf Arbeit und Ausbildung zu bieten - auch Flüchtlingen. Der Anstieg der Erwerbslosigkeit im Vergleich zum Vormonat sei vor allem auf die ersten Vorboten des Winters zurückzuführen.

Anstieg 2016 erwartet

Für das nächste Jahr rechnet die Regionaldirektion jedoch mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Ursache sei vor allem die große Zahl von Flüchtlingen. Bereits im November habe die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen mit ausländischen Wurzeln im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent zugenommen. Derzeit betreuen die Arbeitsagenturen und Jobcenter im Freistaat etwa 16 000 Menschen mit Fluchtgeschichte.

Die Zahl der Menschen mit regulärem Job in Bayern wuchs derweil weiter: Nach den jüngsten Daten lag sie im September bei 5,285 Millionen - das waren 88 700 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr als im Vormonat und 138 300 mehr als im vergangenen Jahr. Auch die Zahl der offenen Stellen wuchs weiter leicht auf rund 28 700. Das waren rund 3300 Stellen mehr als im November 2014.

Bundesweites Rekordtief

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist zum Herbstausklang auf ein Rekordtief gesunken. Insgesamt waren im November 2,633 Millionen Menschen ohne Job - das ist der niedrigste November-Wert seit der Wiedervereinigung. Im Oktober hatte die Zahl der Erwerbslosen noch um 16 000 höher gelegen, vor einem Jahr sogar um 84 000, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,0 Prozent.

Nach den jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes vom Oktober stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt um 27 000 auf 43,5 Millionen (385 000 mehr als 2014). Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte von August auf September um 60 000 auf 31,35 Millionen zu. Das waren 688 000 mehr Menschen mit regulärer Beschäftigung als 2014. Die Zahl der offenen Stellen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 96 000 auf 610 000.
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