Gastgewerbe protestiert gegen Bürokratie
"Kochen statt dokumentieren"

Protest und Prosit: Der Demonstrationszug von Beschäftigten des Gastgewerbes in München wurde in einem Bierzelt beendet. Im Bild die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) und Ulrich Brandl, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Bayern. Bild: dpa
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Bayern
21.04.2015
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Tausende Wirte und Beschäftigte aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe sind am Montag in München gegen die aus ihrer Sicht ausufernde Bürokratie auf die Straße gegangen. Bei einem Demonstrationszug durch die Münchener Innenstadt hielten sie Transparente mit Aufschriften wie "Ich will kochen, nicht dokumentieren" in die Höhe. Nach Angaben eines Sprechers des Branchenverbandes Dehoga Bayern reisten Teilnehmer aus dem gesamten Freistaat zu der Veranstaltung an. Die Polizei sprach von rund 5000 Demonstranten.

Die Kundgebung richtete sich unter anderem gegen Dokumentationspflichten für Arbeits- und Pausenzeiten im Zusammenhang mit dem Mindestlohn, aber auch gegen die Dokumentationspflicht von Allergenen in Lebensmitteln, bei Unterweisungen über Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, sowie bei ärztlichen Untersuchungen von Jugendlichen zu Beginn des Berufslebens und vielen anderen Themen. "Die Wirte wollen das mehr als Hilferuf verstanden wissen", sagte der Sprecher. Mit Blick auf die Mindestlohn-Regelungen sagte Dehoga-Bayern-Präsident Ulrich Brandl, es stehe außer Frage, dass Arbeitszeiten aufgezeichnet werden müssten. "Der jetzt geforderte Aufwand schießt allerdings weit über das Ziel hinaus."

"Schutz teilbar"

Gerade die stark durch kleine, familiengeführte Betriebe geprägte Branche plage sich mit den Bürokratielasten. "Wann soll man nach all dieser Dokumentationsflut eigentlich noch kochen, Gäste bewirten und dabei lächeln?" Brandl kritisierte zudem, dass für Vereine und gemeinnützige Organisationen "großzügige Ausnahmeregeln" gelten. Hier stelle sich etwa bei der Allergen-Kennzeichnung die Frage, "ob Gesundheitsschutz denn teilbar ist", sagte Brandl.
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