Genossenschaftsverband Bayern: Keine Überproduktion durch Wegfall der Quote
Gute Aussichten für den Milchmarkt

Wirtschaft BY
Bayern
16.04.2015
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Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) fürchtet keine gravierenden Auswirkungen durch den Wegfall der Milchquote. Die derzeit ohnehin niedrigen Milchpreise würden einer starken Überproduktion mit rapidem Preisverfall entgegenwirken, erklärte GVB-Vorstandsmitglied Alexander Büchel in München. Bei den zahlreichen Einflussfaktoren auf den Milchmarkt spiele das Ende der Quote "nur eine untergeordnete Rolle". Wegen des weltweit steigenden Milchbedarfs seien die Zukunftsaussichten für den Milchmarkt "grundsätzlich positiv", so Büchel weiter.

Im vergangenen Jahr seien bayerische Milchprodukte im Wert von 1,3 Milliarden Euro exportiert worden. Für Landwirte, die ihre Milch an genossenschaftliche Molkereien ablieferten, gebe es zudem eine hohe Planungssicherheit. In Bayern gehen rund 60 Prozent der gesamten Milchmenge durch genossenschaftliche Hände. Die 186 Milchgenossenschaften setzten 2014 mehr als 3,42 Milliarden Euro um.

Insgesamt kamen die 1013 bayerischen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften auf einen Umsatz von 12,19 Milliarden Euro, im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 2,7 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern lag bei knapp 192 Millionen Euro (minus 13 Prozent). Hauptgrund dafür waren die zuletzt rückläufigen Margen in der Milchwirtschaft. Büchel sprach dennoch von einer "soliden Geschäftsentwicklung".

Wegen gesunkener Getreide- und Ölpreise leicht rückläufig waren die Geschäfte im Raiffeisen-Warengeschäft. Dafür stiegen die Umsätze der 255 Energiegenossenschaften um 1,9 Prozent auf 454 Millionen Euro. Nach Angaben Büchels wurden vergangenes Jahr bayernweit 31 neue Genossenschaften gegründet, davon drei in der Oberpfalz. In Kemnath (Kreis Tirschenreuth) hat sich die Liefergenossenschaft Kemnather Land zusammengefunden, in Nittendorf (Kreis Regensburg) gründeten sich je eine Sozial- und eine Kulturgenossenschaft. Bei den bayerischen Genossenschaften mit ihren 677 000 Mitgliedern sind 18 000 Personen beschäftigt.
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