Geplanter Stellenabbau in Bayreuth
Protest bei BAT

Wütend wie ein HB-Männchen: "Da muss man doch in die Luft gehen", steht auf einem Plakat eines Mitarbeiters des Zigarettenherstellers British American Tobacco (BAT) in Bayreuth. Die Belegschaft hat bei einer Protestkundgebung ihren Unmut über den geplanten Stellenabbau geäußert. Bild: dpa
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Bayern
23.07.2016
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Seit der Zigarettenkonzern BAT angekündigt hat, im Werk in Bayreuth Hunderte Stellen abzubauen, rumort es in der Stadt und in der Region. Am Freitag zeigten zahlreiche Menschen, dass sie vom Handeln des Konzerns sehr enttäuscht sind.

Bayreuth. Begleitet von Protesten der Mitarbeiter haben am Freitag die Verhandlungen um Details des geplanten Stellenabbaus bei British American Tobacco (BAT) in Bayreuth begonnen. Nach Gewerkschaftsangaben machten mehr als 3000 Menschen, unter ihnen auch viele Familien, auf einer Protestkundgebung am Nachmittag ihrem Unmut Luft. Auf Plakaten hieß es "Meine Zukunft????" und "BAT schließt! Haus im Grünen zu verkaufen!".

In der vergangenen Woche hatte der Konzern angekündigt, die Zigarettenproduktion in dem Bayreuther Werk einzustellen und nach Osteuropa zu verlagern. Bis Mitte 2018 sollen dabei rund 950 der insgesamt 1 400 Arbeitsplätze verloren gehen. Sozialsekretär Norbert Feulner vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda) der bayerischen evangelischen Landeskirche hatte die Standortverlagerung als eine Flucht vor sozialer Verantwortung kritisiert. Begriffe wie Globalisierung und Wettbewerbsfähigkeit müssten herhalten, "um schamlose Gewinn- und Renditewartungen zu legitimieren", sagte Feulner dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Die Beschäftigen müssen nun zusammenstehen, und sie brauchen ernst gemeinte Unterstützung von Politik und Öffentlichkeit, damit sie nicht das Gefühl haben, alleine zu sein." Dabei könne auch die Kirche helfen. Nun geht es in den am Freitag begonnenen Verhandlungen zwischen Arbeitnehmervertretern und dem Konzern vor allem darum, einen Sozialplan zu erstellen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat einen schnellen Abschluss der Verhandlungen angemahnt. "Wir erwarten, dass die Verhandlungen bis zum 31. August abgeschlossen sind", sagte Michael Grundl, NGG-Geschäftsführer in Oberfranken. "Die Menschen brauchen Sicherheit, sie müssen planen können."

Grundl betonte, dass die Beteiligung an der Kundgebung die Erwartungen sogar noch übertroffen habe. "Das zeigt, wie groß die Betroffenheit in der Region ist", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
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