Gewinneinbruch bei Bayerns Bauern
Schlechte Zeiten für Milchviehhalter und Ferkelzüchter

Wirtschaft BY
Bayern
19.10.2016
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München. Trotz zum Teil dramatisch gesunkener Erzeugerpreise in der Landwirtschaft hat sich das Höfesterben in Bayern verlangsamt. Von 2013 auf 2015 sank die Zahl der bäuerlichen Betriebe um 2,3 Prozent auf 109 200. In der Periode davor waren es noch 4,5 Prozent. Das geht aus dem neuen Agrarbericht für Bayern hervor, den Minister Helmut Brunner im Landtag vorstellte.

Überdurchschnittlich vom Rückgang betroffen waren Milchviehhaltungen (minus 8 Prozent) und Ferkelzüchter (minus 14 Prozent). Zudem setzte sich der Strukturwandel hin zu größeren Betrieben fort. Während in der Größenklasse bis 50 Hektar 9,1 Prozent der Bauernhöfe ihren Betrieb einstellten, wuchs ihre Zahl im Bereich zwischen 50 und 100 Hektar um 2,2 Prozent, im Bereich über 100 Hektar um 11 Prozent. Die Auswirkungen der jüngsten Milchkrise spiegeln sich in den Zahlen noch nicht wieder.

In der Oberpfalz nahm die Zahl der Bauernhöfe um 2 Prozent auf 9633 ab. Die höchsten Rückgänge verzeichnete der Landkreis Amberg-Sulzbach und der Landkreis Schwandorf (jeweils minus 2,7 Prozent), gefolgt von Tirschenreuth (minus 2,3 Prozent) und Neustadt/WN (minus 1,6 Prozent). Im Bezirksdurchschnitt gaben 7,7 Prozent der ursprünglich gut 5100 Milchviehhalter auf. Die Tiere wurden alle von anderen Landwirten übernommen. Insgesamt verkauften Oberpfälzer Landwirte 2014 1088 Hektar Nutzfläche zum Durchschnittspreis von 33 500 Euro. Das lag deutlich unter dem Landeswert von 41 400 Euro je Hektar.

Bei ihren Einkommen mussten die bayerischen Landwirte deutliche Einbußen hinnehmen, und zwar unabhängig von der Betriebsgröße. Bei den Haupterwerbsbetrieben sank der durchschnittliche Gewinn im Geschäftsjahr 2014/15 um 18,7 Prozent auf 43 096 Euro. Inklusive Nebeneinkünften kam ein Inhaberehepaar auf 54 837 Euro (minus 11,2 Prozent). Besonders betroffen waren Milchvieh- (minus 26 Prozent) und Veredelungsbetriebe (minus 26,6 Prozent). Im Ackerbau tätige Landwirte konnten ihr Einkommen dagegen um 6,9 Prozent steigern.

Wegen der allgemein zurückgehenden Erzeugerpreise wuchs für die Landwirte die Bedeutung der Beihilfen von EU, Bund und Freistaat. Im Durchschnitt beliefen sich diese auf knapp 30 000 Euro je Betrieb. Die Beihilfen waren damit für zwei Drittel des Gewinns verantwortlich.
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