GFK: Bürger fürchten steigende Arbeitslosigkeit - Konsumklima trübt sich ein
Flüchtlingskrise drückt Stimmung

Das Konsumklima verschlechtert sich zum dritten Mal nacheinander. Das berichtet Marktforschungsinstitut GfK. Archivbild: dpa
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Bayern
29.10.2015
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Die Flüchtlingskrise drückt nach einer Studie des Marktforschungsinstituts GFK zunehmend auf die Verbraucherstimmung in Deutschland. Die Bürger fürchteten eine steigende Arbeitslosigkeit und die Kauflaune sinke, berichtete die GFK am Mittwoch in ihrer monatlichen Studie. Dementsprechend trübte sich das Konsumklima weiter ein. Der Gesamtindikator sank zum dritten Mal in Folge auf nur noch 9,4 Zähler für November. Für den Vormonat hatten die Experten noch 9,6 Zähler verzeichnet. Der neue Wert ist der niedrigste seit neun Monaten.

Auf Nachfrage sagten 44 Prozent der befragten Bürger, dass sie steigende Arbeitslosenzahlen erwarteten. 70 Prozent davon schoben das auf die Flüchtlingskrise. Lediglich 15 Prozent begründeten ihre pessimistischeren Beschäftigungsaussichten mit dem anstehenden Winter, der sich auf viele Außenberufe negativ auswirkt.

Offen ist die Frage, ob sich die Verunsicherung unter den Verbrauchern weiter verstärkt. Es sei durchaus möglich, dass sich der Trend fortsetze und sich das Konsumklima weiter eintrübe, sagte GFK-Experte Rolf Bürkl. Die Uneinigkeit der europäischen Staaten in der Flüchtlingsfrage und die spärliche Solidarität untereinander wirkten sich besonders negativ auf die Stimmung aus. "Die Verbraucher gewinnen den Eindruck, dass es an Deutschland allein hänge, mit dem Flüchtlingszustrom fertig zu werden", sagte Bürkl. Auch Meldungen über Flauten in wichtigen Schwellenländern wie China, Russland und Brasilien machen sich bemerkbar.

Bürkl sagte weiter, verstärke sich die Furcht vor einem Jobverlust, lasse das die Planungssicherheit bei Verbrauchern schwinden. Dadurch werde auch weniger gekauft. Derzeit sei die Konsumfreude aber "noch zu einem beträchtlichen Teil vorhanden".
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