"Gier frisst Hirn": Naive Käufer oder Verkäufer oft leichte Beute von Betrügern - Vorsicht bei ...
Die Tricks der Gauner auf dem Online-Automarkt

Autos online kaufen oder verkaufen ist bequem. Allerdings sollten Nutzer immer auf der Hut vor Betrügern sein, die trotz Sicherheitsmaßnahmen auch auf großen Fahrzeugplattformen ihr Unwesen treiben können. Bild: hfz
Wirtschaft BY
Bayern
10.01.2015
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Kriminelle sind kreativ, auch auf dem Online-Automarkt. "Leider gilt dort zu oft das Prinzip: Gier frisst Hirn", erklärt Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, warum gerade naive Schnäppchenjäger leichte Beute für Betrüger sind. Ebenso ergeht es Privatverkäufern, die unbedarft handeln. Käufer und Verkäufer müssen auf der Hut sein, wie typische Betrugsmaschen zeigen, auf die ADAC-Jurist Ulrich May als Sprecher der Initiative Sicherer Autokauf im Internet hinweist:

Der Schadenersatz-Trick: Autoverkäufer werden von einem Interessenten gebeten, persönliche und Fahrzeugdaten per E-Mail zu bestätigen. Dann bricht der Kontakt ab. Wird der Wagen anschließend anderweitig verkauft, tritt der Betrüger wieder an den Verkäufer heran und behauptet, dass die Mail eine Bestätigung zum Fahrzeugverkauf sei: Er pocht nun auf Vertragserfüllung und verlangt Schadenersatz. Schmidt mahnt zur Vorsicht beim Beantworten von unaufgefordert zugeschickten E-Mails potenzieller Interessenten und rät: "Schildern Sie immer den Sachverhalt und den Grund für die Mail."

Der Kaufantrag-Trick: Kriminelle täuschen dem Fahrzeuganbieter ihr dringendes Kaufinteresse vor. Dazu soll er einen Kaufantrag der Betrüger per E-Mail bestätigen. In diesem Angebot weicht ein Detail wie Erstzulassungsdatum oder ein Ausstattungsmerkmal vom Inserat ab. Bestätigt der Verkäufer das Angebot, wird später eine massive Preisminderung und womöglich obendrein Schadenersatz verlangt.

Der Scheck-Trick: Der Betrüger bietet dem Autoverkäufer an, mit einem Scheck zu bezahlen, der einen höheren Betrag ausweist als den Kaufpreis. Der Verkäufer soll den überschießenden Betrag über ein Bargeldtransferunternehmen oder via Auslandsüberweisung ausgleichen. Doch der Scheck ist gefälscht oder ungedeckt.

Der Hehler-Trick: Gestohlene oder unterschlagene Fahrzeuge werden mit gefälschten Papieren verkauft. Dabei laufen die Vorbereitungen mit dem Händler über das Internet, die Fahrzeugübergabe findet an ungewöhnlichen Orten und gegen Barzahlung statt. Dazu kommt, dass gefälschte Kfz-Papiere meist schwer zu erkennen sind. "Werden Sie misstrauisch etwa bei verwaschenen oder vergilbten und dadurch schlecht leserlichen Dokumenten, achten Sie auf unterschiedliche Schriftentypen und -farben", rät Schmidt.

Der Trick mit der Transportfirma: Hier werden hochwertige Autos, die mit deutscher Zulassung im Ausland stehen sollen, weit unter dem regulären Marktpreis angeboten. Die Betrüger schlagen Interessenten vor, das Geschäft über ein vermeintlich seriöses Transportunternehmen abzuwickeln. Das Geld soll nach der Fahrzeugübergabe an die angebliche Transportfirma ganz oder teilweise gezahlt werden, ein Großteil über ein Bargeldtransferunternehmen. Nach der Überweisung bricht der Kontakt ab. "Fragen Sie nach einer persönlichen Fahrzeugübergabe mit Unterzeichnung eines Kaufvertrags und anschließender Barzahlung", empfiehlt Schmidt.

Der Strohmann-Trick: Ein professioneller Händler bietet einen Gebrauchtwagen an. Bei weiteren Verhandlungen erfahren Interessenten dann, dass er das Fahrzeug im privaten Kundenauftrag veräußert und nur als Vermittler auftritt. So schließt der Händler die gesetzliche Sachmängelhaftung aus, zu der er beim regulären Verkauf verpflichtet ist.

Große Internet-Marktplätze sind nach eigenen Angaben darum bemüht, Fahrzeugkäufern und -verkäufern ein sicheres Forum zu bieten. Sie setzen auf Filtersoftware, die verdächtige Inserate blockt und auf ein Sicherheitsteam, das parallel verdächtige Inserate prüft. Außerdem sind sie gemeinsam mit Polizei und ADAC als Initiative Sicherer Autokauf im Internet aktiv.
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