"Gründerland" Bayern

Wirtschaft BY
Bayern
04.12.2015
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Der bayerische Mittelstand ist gestärkt aus der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 und ihren Nachwirkungen hervorgegangen. Es gibt mehr Unternehmen als zuvor, und auch der Umsatz ist deutlich gewachsen.

Nach dem von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) am Donnerstag vorgestellten Mittelstandsbericht wuchs die Zahl der Unternehmen in Bayern von 2009 bis 2013 um 6,2 Prozent auf 602 000. Ihr Umsatz stieg dabei um 14,5 Prozent auf 380 Milliarden Euro. In der Oberpfalz gab es knapp 44 000 Mittelständler mit einem Gesamtumsatz von 65,5 Milliarden Euro.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Mittelstandsjobs lag zuletzt mit 3,6 Millionen um 11,6 Prozent über dem Wert von 2009. Damit bietet der Mittelstand drei Viertel aller Arbeitsplätze in Bayern an - bei den Ausbildungsplätzen sind es laut Aigner sogar 80 Prozent. Mit seiner Dynamik sei der Mittelstand "Garant für die Nähe zur Vollbeschäftigung" in Bayern, erklärte Aigner im Wirtschaftsausschuss des Landtags. Um ihre Marktposition abzusichern und weiter wachsen zu können, müssten die Mittelständler nun verstärkt auf die Chancen der Digitalisierung setzen.

Bayern müsse "Gründerland" werden, sagte Aigner. Die Staatsregierung unterstütze dies mit einem Programm zur Förderung digitaler Gründerzentren. Ziel sei es, in jedem Regierungsbezirk mindestens eine derartige Einrichtung aufzubauen, die Gründer in Kooperation mit Hochschulen und Wirtschaft sowie Unterstützung der Kommunen gezielt fördere. 80 Millionen Euro seien dafür vorgesehen. Eine Entscheidung über die Standorte werde Mitte 2016 getroffen.

Treffen in Weiden

Auf Einladung des Tirschenreuther CSU-Abgeordneten Tobias Reiß trifft sich heute in Weiden eine Koordinierungsgruppe aus Parlamentariern sowie Vertretern von Kommunen, Hochschulen und Wirtschaftsverbände, um das Konzept für digitales Gründerzentrum in der nördlichen Oberpfalz zu erarbeiten.

Förderung für den Norden

Der Grüne Thomas Mütze forderte einen Förderschwerpunkt in Nordbayern. Die dort unterdurchschnittliche Gründeraktivität sei "besorgniserregend", sagte Mütze. Er verwies dazu auf Daten aus dem Mittelstandsbericht: Demnach gab es 2014 bayernweit gut 48 000 gewerbliche Existenzgründungen, nur knapp 3200 davon in der Oberpfalz. Gleichzeitig wurden im Bezirk mehr als 3300 Betriebe geschlossen.

Michael Piazolo (Freie Wähler) kritisierte die Auswahlkriterien für die neuen digitalen Gründerzentren. Diese seien vorwiegend auf Regionen mit bereits vorhandener Infrastruktur zugeschnitten. Für die SPD forderte Annette Karl, die digitalen Gründerzentren nicht nur anfangs zu fördern, sondern auch für einen längeren Zeitraum die laufenden Kosten zu bezuschussen.
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