Händler soll manipuliertes Auto zurücknehmen
VW-Schlappe vor Landgericht München

Der Messschlauch eines Gerätes zur Abgasuntersuchung für Dieselmotoren steckt im Auspuffrohr eines VW Golf 2.0 TDI. Bild: dpa
Wirtschaft BY
Bayern
22.05.2016
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München. Im VW-Abgas-Skandal hat erstmals ein Gericht einen Autohändler dazu verpflichtet, das manipulierte Fahrzeug zurückzunehmen und den Kaufpreis zu erstatten. Das Urteil des Landgerichts München sei am vergangenen Dienstag ergangen, wie "Stern TV" berichtet. Es handele sich um einen Seat Ibiza mit 1,6 Liter Diesel-Motor vom Typ EA189, der mit der Betrugssoftware ausgestattet sei. Geklagt habe ein Ehepaar aus München.

Laut Volkswagen werde der Händler in Absprache mit dem Konzern Berufung einlegen. Entscheidungen anderer Gerichte legten nahe, dass es für die Besitzer zumutbar sei, die Umrüstung abzuwarten. Die Fahrzeuge könnten ohne Einschränkungen genutzt werden.

Laut Volkswagen sind deutschlandweit bislang neun Urteile zur Thematik ergangen. Acht Landgerichte hätten die Klagen der Autobesitzer abgewiesen. Nur das Landgericht München habe in erster Instanz der Klage stattgegeben. Laut "Stern TV" heißt es in der Urteilsbegründung, der Händler habe länger als ein halbes Jahr Zeit gehabt, den Mangel zu beheben. Diese Frist sei ungenutzt verstrichen. Den Klägern müsse daher der Kaufpreis erstattet werden.
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