Ifo-Index legt zu - Anleihen-Kauf und Griechenland bei Befragung noch kein Thema
Zeichen stehen auf Aufschwung

Wirtschaft BY
Bayern
27.01.2015
0
0
Die deutsche Wirtschaft tankt zum Jahresstart weiter Zuversicht. Der niedrige Ölpreis und der im Vergleich zum Dollar derzeit schwache Euro helfen der Industrie und dem Export. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Januar bereits zum dritten Mal in Folge und legte von 105,5 auf 106,7 Punkte zu. Das teilte das Ifo-Institut in München am Montag mit.

Nicht nur ihre aktuelle Lage bewerten die Firmen in der Umfrage besser als noch im Dezember, auch für die kommenden sechs Monate sind die Firmen zuversichtlicher. "Die Unternehmen waren merklich zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zudem blicken sie mehrheitlich optimistisch auf die kommende Entwicklung", sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Fachleute hatten das Plus erwartet. Allerdings spielten die Entscheidung der EZB für den Kauf von Staatsanleihen oder die Wahl in Griechenland noch keine Rolle, da sie für die Umfrage zu spät kamen.

Trendwende

Steigt oder fällt das wichtige Stimmungsbarometer Ifo-Index drei Mal hintereinander in die gleiche Richtung, sprechen Fachleute von einer Trendwende. Vor allem helfen gerade der exportorientierten deutschen Industrie die aktuellen Rahmenbedingungen. "Die Exportwirtschaft baut auf die USA und freut sich über den deutlich günstigeren Euro-Kurs", sagte KFW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner in einer ersten Reaktion. "Gleichzeitig lässt der billige Treibstoff den Verbrauchern mehr Geld." Bleibe das so, könne 2015 ein besseres Jahr werden, als noch im Herbst gedacht, sagte Zeuner, warnte aber zugleich: "Ein Selbstläufer ist das aber noch nicht. Griechenland und Europa brauchen jetzt erst einmal Zeit, um sich auf ein neues Programm zu einigen."

Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Er wird monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Einzel- und Großhandel sowie aus der Bauwirtschaft ermittelt.

Er zeigt neben dem Geschäftsklima auch noch zwei weitere Werte: einen für die aktuelle Lage der Betriebe und einen, der die Erwartungen der Unternehmen abbildet. Der Wert für die Einschätzung der eigenen Lage stieg im Januar von 109,8 auf 111,7 Punkte, der für die Erwartungen von 101,3 auf 102,0 Punkte.
Weitere Beiträge zu den Themen: München (6406)Januar 2015 (7957)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.