Insolvenzantrag von Metz sorgt für Ärger bei Betroffenen
Bei Metz geht es vorerst weiter

Herausputzen muss sich Metz. Sonst hat der Hersteller von Fernseh- und Blitzgeräten keine Zukunft mehr. Archivbild: dpa
Wirtschaft BY
Bayern
21.11.2014
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Dass es nicht besonders gut läuft, war den Mitarbeiter von Metz seit längerem klar. Und dennoch kam der Insolvenzantrag des TV-Herstellers nun überraschend. In die Betroffenheit mischt sich auch Zorn.

Letztlich hatten die Mitarbeiter des TV- und Blitzgeräteherstellers Metz das Ende nahen sehen. Doch von der Insolvenz des Unternehmens aus den Medien zu erfahren, sorgte am Donnerstag für reichlich Unmut unter der Belegschaft. "Die sind über die Art der Kommunikation ,not amused'", sagte IG Metall-Vertreter Klaus-Dieter Winnerlein nach einem Besuch im Metz-Werk in Zirndorf. Erst am Nachmittag erhielt die Belegschaft offiziell Bescheid, als sie der vorläufige Insolvenzverwalter über die Ereignisse vom Vortag informierte.

Bereits auf Lohn verzichtet

Die rund 540 Mitarbeiter hatten in den vergangenen Jahren bereits durch einen Sanierungstarifvertrag und den Verzicht auf Lohnerhöhungen zur Stabilisierung des Unternehmens beigetragen; nach Gewerkschaftsangaben in einer Größenordnung von weit mehr als zehn Millionen Euro. Das in der nächsten Woche anstehende Novembergehalt bekommen sie nun bereits als Insolvenzgeld ausgezahlt. Ansonsten geht es für die Mitarbeiter vorerst weiter wie bisher. "Der Fortführung des Geschäftsbetriebes und der Produktion und Auslieferung steht nichts im Wege", betonte ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Joachim Exner.

Während im Unternehmen vorsichtiger Optimismus verbreitet wurde, dass man mit einem Investor die benötigte Zeit für den bereits eingeleiteten Umschwung erhalten könnte, sehen Kritiker nur wenige Chancen auf eine Fortführung des Unternehmens in der heutigen Form. "Der Zug ist vor langer, langer Zeit verpasst worden", betonte Rainer Nagel vom Interims-Management-Spezialisten Atreus.

Geringe Stückzahlen

Die Produktion von Fernsehern in Deutschland könne allein schon aufgrund der niedrigen Stückzahlen preislich niemals mit den großen asiatischen Herstellern mithalten. Und die Gruppe potenzieller Kunden, die für ein TV-Gerät "made in Germany" mehr Geld auf den Tisch legen, sei sehr begrenzt. Nicht zuletzt, führte Nagel auf, schreite der technologische Wandel rasant fort, die entscheidenden Komponenten müssten ohnehin zugekauft werden.
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