Käufer verteidigt vor Gericht eine schlechte Ebay-Bewertung und verliert
"Zensur vom Allerfeinsten"

Wirtschaft BY
Bayern
29.10.2014
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Ein Käufer muss seine schlechte Bewertung eines Händlers beim Internet-Auktionshaus Ebay zurücknehmen. Das entschied das Oberlandesgericht München am Dienstag. Der Mann müsse der Löschung der Bewertung zustimmen.

Der Käufer hatte Bootszubehör im Ebay-Shop eines Händlers aus Gelting (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) bestellt und sich in der Online-Bewertung über Mängel beschwert. Zuvor hatte er sich nach Angaben des Gerichts jedoch nicht direkt beim Verkäufer beklagt oder die Ware zurückgeschickt. Angaben zur Urteilsbegründung machte das Gericht zunächst nicht. Eine Revision ließ die Kammer nicht zu. Über Schadenersatz hatte das Gericht nicht entschieden.

"Es kann nicht sein, dass Internethändler gegen solche Bewertungen völlig schutzlos sind", sagte der Anwalt des Händlers. Der Kunde berief sich auf die Meinungsfreiheit: "Es führt den Sinn solcher Bewertungen ad absurdum, wenn man sich vorher ganz genau überlegen muss, was man schreibt und was nicht." Er habe lediglich seine Meinung sachlich dargestellt. "Das ist Zensur vom Allerfeinsten", sagte er.

Das Landgericht München hatte die Klage abgewiesen, weil der Händler nicht habe beweisen können, dass die Bewertung "sachlich unrichtig" war. Der Mann ging daraufhin in Berufung.
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