Käufer von Weltbild-Filialen insolvent

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Bayern
24.07.2015
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Rund ein halbes Jahr nach der Übernahme von 67 Filialen des Medienhändlers Weltbild ist der Käufer pleite. Ein Sprecher des Landgerichts Münster bestätigte am Donnerstag Berichte, wonach das Insolvenzverfahren für die Buchhandelskette Lesensart aus Ahaus eröffnet wurde. Das Amtsgericht Münster bestellte den Betriebswirt Ulrich Zerrath aus Recklinghausen zum Insolvenzverwalter.

Weltbild hatte zum Jahresanfang bekanntgegeben, sich von beinahe jeder zweiten Filiale trennen zu wollen. Zum 1. Februar hatte der Unternehmer Rüdiger Wenk die 67 Läden übernommen. Seitdem wurden nach Gewerkschaftsangaben bereits mehrere Filialen geschlossen. Der Lesensart-Gesamtbetriebsrat hatte vor einem Monat einen Brandbrief an die Verantwortlichen von Weltbild veröffentlicht, um auf die "verzweifelte Lage" der Mitarbeiter der verkauften Filialen aufmerksam zu machen. Den Weltbild-Chefs wurde vorgeworfen, sich für das Schicksal ihrer früheren Mitarbeiter nicht mehr zu interessieren. Die Verlagsgruppe Weltbild gehörte früher der katholischen Kirche. 2014 meldete das Unternehmen Insolvenz an und wurde dann mehrheitlich vom Düsseldorfer Familienunternehmen Droege übernommen. Nachdem in der Insolvenz bereits Hunderte Weltbild-Mitarbeiter ihre Jobs verloren, wird derzeit bei Weltbild über einen weiteren Stellenabbau verhandelt.
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